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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
826042163
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35589
Document type:
Monograph
Author:
Kolb, Georg Friedrich http://d-nb.info/gnd/118564765
Title:
Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
Edition:
4. umgearb. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Felix
Year of publication:
1865
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 548 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

f 
12 Erstes Buch. Die Begründer. 
Das ganze Gebäude der Verordnungen — das „ancien regime“ als 
ökonomische Gesellschaftsordnung —, ist durch sie zusammengebrochen. 
Und das auf folgende Weise: 
Es genügt nicht, diese natürliche Ordnung zu kennen: man muß 
sich auch danach richten. Wie soll das geschehen? Nichtseinfacher, 
da ja diese natürliche Ordnung „tatsächlich die dem menschlichen 
Geschlechte vorteilhafteste ist“ *). Nun aber wird jeder Einzelmenscb 
„ganz natürlich“ dem Weg zu folgen wissen, der für ihn der 
vorteilhafteste ist. Er wird ihn in aller Freiheit 2 3 ) linden, ohne daß 
irgendein Zwang, irgendein Polizeisäbel nötig ist, der ihn vorwärts 
treibt. 
Die psychologische Wage, die jeder Mensch in sich trägt — und 
die man viel später das hedonistische Prinzip nannte — das die 
Grundlage der neo-klassischen Schule ist, wird schon von Qoesna* 
prachtvoll ausgeführt 8 ). „Den größtmöglichen Genußzuwachs bei 
größtmöglicher Ausgabeverminderung erreichen, stellt Vollkommenheit 
des Wirtschaftens vor.“ Das ist also auch die natürliche Ordnung- 
Und wenn ihr jeder folgt, so wird diese Ordnung, anstatt gestört zu 
werden, nur dadurch gestärkt. „Es beruht auf dem Wesensgrundsatz 
der Ordnung, daß der Vorteil eines Einzelnen niemals vom Vorteil 
Aller getrennt werden kann, und dies tritt unter der Herrschaft der 
Freiheit ein. Die Welt läuft dann von selbst. Das Trachten . 
nach Wohlleben übt auf die Gesellschaft einen Bewegungsantrieb 
aus, der zu einem beständigen Streben nach dem bestmöglichen Zu 
stande wird 4 5 * * ). Das heißt alles in allem: es gibt nur eins; die 
Dinge gehen lassen (laisser faire) B ). 
Diese berühmten Worte sind seit 150 Jahren so oft wiederholt 
oder kritisiert worden, daß sie banal erscheinen; damals aber waren 
sie es sicherlich nicht. Es ist leicht, heute diese Sozialpolitik als z u 
>) Baüdeau, Ephemerides du Citoyen et passim. 
s ) „Die Gesetze (der natürlichen Ordnung) hindern in nichts die Freiheit de« 
Menschen . . . denn die Vorteile dieser höchsten Gesetze sind ganz offenbar das ZI®* 
der besten Wahl, die die Freiheit treffen kann.“ (Quesnay, Natürliches Rechb 
— droit naturel — S. 55.) Und Mercier de la BiviSre sagt (Bd. II, S. 617): n Ü’ e 
Aufrechterhaltung des Eigentums und der Freiheit läßt ohne Zuhilfenahme irgend 
eines anderen Gesetzes die vollkommenste Ordnung herrschen.“ 
3 ) Dialogues sur les artisans (Gespräche über die Handwerker). 
4 ) Mercier de la BivikRE, Bd. II, S. 617. 
5 ) Der Ursprung dieses berühmten Ausspruches ist sehr unsicher. Mehre r ® 
Physiokraten, besonders Mirabeau und Mercier de la Biviere sprechen ihn Vinc® D 
de Gournay (s. weiter unten) zu, aber Turgot, der doch ein Freund Vin ceD 
de Gournay’s war, und eine Lobrede auf ihn verfaßt hat, schreibt ihn (in et')' 4 
anderer Form — laßt uns nur machen -— laissez-nous faire —) einem Kaufmann <* 
Zeit Colbert’s, Legendre, zu. Nach Onckek stammt das Wort vom Marquis d’Argen8°®j 
der es in seinen Memoiren schon 1736 gebraucht. Da das Wort an sich recht- bs® ’ 
ist und nur deshalb einigen Wert hat, weil es die Devise einer großen Schule 6
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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