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Die Theerfarben-Fabriken der Herren Meister, Lucius & Brüning zu Höchst a. Main, in sanitärer und socialer Beziehung

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Bibliographic data

fullscreen: Die Theerfarben-Fabriken der Herren Meister, Lucius & Brüning zu Höchst a. Main, in sanitärer und socialer Beziehung

Monograph

Identifikator:
829067299
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-71927
Document type:
Monograph
Author:
Grandhomme
Title:
Die Theerfarben-Fabriken der Herren Meister, Lucius & Brüning zu Höchst a. Main, in sanitärer und socialer Beziehung
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Schumacher
Year of publication:
1880
Scope:
1 Online-Ressource (96 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die Theerfarben-Fabriken der Herren Meister, Lucius & Brüning zu Höchst a. Main, in sanitärer und socialer Beziehung
  • Title page

Full text

14 
1) Der Nitrobenzol - Ilaiiin. 
Die Trennung der im Handel vorkommenden Benzole in die Kohlen Wasser 
stoffe Benzol, Toluol und Xylol geschieht in grossen eisernen Apparaten mit 
kupferner Colonne, wie sie zur Rectification von Spiritus angewendet werden. 
Sämmtliche Bewegungen dieser leichtflüchtigen Körper geschehen unter sorgfälti 
gem Luftabschluss, und hat das Benzol und seine Dämpfe niemals Anlass zur 
Erkrankung von Arbeitern gegeben. 
Der grossen Feuersgefahr halber ist in der Benzol-Keclifikation- und dem 
Xitro-Raum Beleuchtung durch elektrische Lampen eingeführt. 
Die Kohlenwasserstoffe Benzol, Toluol und Xylol werden in geschlossenen, 
gusseisernen Rührapparaten durch Einfliessen einer Mischung von concentrirter 
Salpetersäure und Schwefelsäure nitrirt, die Nitroverbindungen werden von der 
verdünnten Schwefelsäure durch Absitzen getrennt und mehrmals mit Wasser 
gewaschen. Die nicht nitrirten Kohlenwasserstoffe entfernt man durch Abtreiben 
mit directem Dampf. Die so gereinigten N i tro prod ucte: Nitrobenzol. Nitrotoluol, 
oder Nitroxylol sind zur weiteren Verarbeitung fertig. 
Es sind gelb gefärbte Flüssigkeiten von bittermändel - ähnlichem Geruch 
und süssem Geschmack, schwerer wie Wasser und darin unlöslich und destilliren 
bei 205—24O0C. 
Nitrobenzol. 
Die Aufnahme des Nitrobenzols in den Körper kann sowohl in flüssiger^ 
Form per os, als in Dampfform durch Resorption vermittelst der Schleimhäute 
stattfinden. Ob, wie Olli vier und Bergeron behaupten, flüssiges Nitrobenzol 
in’s Blut Übertritt, ist eine Frage, die nach den neueren Untersuchungen verneint 
werden muss; viel wahrscheinlicher ist es, dass auch vom Magen aus das Gift in 
Dampfform seine Wirkung entfaltet. Wenigstens ist bis jetzt von Niemand 
Nitrobenzol in den Ausscheidungen mit Sicherheit nachgewiesen worden; dagegen 
hat Eulenberg die von Letheby aufgestellte, vielfach negirte Behauptung, 
Nitrobenzol werde innerhalb des Organismus in Anilin umgewandelt, bestätigt 
und bei einem Thierexperimont von längerer Dauer im Urin, in der Leber und 
in der Lunge Anilin nachgewiesen. 
Ueber die Wirkung des Nitrobenzols liegen viele Thierversuche und 44 kli 
nische Beobachtungen vor. 
Charakteristisch nach beiden Richtungen ist das oft sehr späte Auftreten 
der Intoxicationserscheinungen : G — 24 Stunden nach der Aufnahme des Giftes. 
Diese Thatsacho steht in Einklang mit einem Versuche von Bergmann, wel 
cher nach Einverleibung des Giftes per os noch 3 Tage später Tropfen von 
Nitrobenzol in dem Magen des damit vergifteten Hundes fand. Eine viel schnellere 
Wirkung entfalten die Dämpfe, sowie bei Einverleibung per os das Vorhandensein 
oder die Zufuhr von Alkohol in den Magen. 
Die Symptome, welche bei den Tliiorversuchen auftraten, bestanden in 
starkem Speicheln, Thränen der Augen. Dyspnoe. Taumel. Schlalsucht ohne 
Anästhesie, Zuckungen einzelner Muskeln, sowmo allgemeinen tonischen und klo 
nischen Convulsionen. Der Tod trat jedoch auch oft unter dem Bilde einer allge 
meinen Uaralyse ohne Convulsionen auf. 
Die Section en ergaben übereinstimmend einen sehr starken Geruch aller 
Organe nach Bittermandelöl, welcher immer sehr lange, in einem Falle (Casper)
	        

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Die Theerfarben-Fabriken Der Herren Meister, Lucius & Brüning Zu Höchst a. Main, in Sanitärer Und Socialer Beziehung. Schumacher, 1880.
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