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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

477 
Spanien (Bergbau, Industrie). 
Lager; 1873 wurden die Minen von Rio 
Tinto an ein Syndikat von Londoner und 
Hamburger Firmen um 19,2 Mill. Mk. 
verkauft, die von Tharsis gehören schon 
länger einer englischen Gesellschaft. Für 
den Bleibergbau, worin S. alle Länder 
Europas übertrifft (von einer Jahres 
produktion von 4,884,000 Ctr. kommen 
1,095,000 Ctr. ans ©.), sind Hauptsitze: 
Murcia, Almeria und Jaen. Gakmei- 
( Zink -) Erze fördert man in Santander, 
Guipúzcoa, 'Murcia, Granada, Malaga 
"nd Almeria. Die Erze werden meist nach 
Belgien ausgeführt und dort verhüttet. 
Im Durchschnitt ergaben der Bergbau 
und Hüttenbetrieb folgende Mengen: 
Silber .... 22500 Kilogr. 
Quecksilber. . . 20640 Ctr. 
Roheisen . . . 722000 - 
Kupfer .... 38500 - 
Blei 1000000 - 
Zink...... 20640 - 
Kohle .... 1158240 ° 
Salz 8000000 - 
Braunstein. . . 350000 - 
Schwefel . . . 16500 - 
DaöHüttenwescn hält aber mit dem Berg- 
bail nicht Schritt, daher wird ein großer 
Teil der Erze exportiert, Eisenerze na 
mentlich nach England, zu welchem Zweck 
besoildere Dampferliuicn zwischen Bilbao 
und englischen Häfen bestehen. DieFirma 
Krupp in Essen besitzt bedeutende Eisen 
erzgruben bei Bilbao, aus denen sie täg 
lich 400 Ton. Erz fördert. Zuln Trans 
port derselben dienen (außer gemieteten) 
fünf eigne Dampfer von 7800 T. Sil 
bererze gehen zum großen Teil ebenfalls 
nach Dclltschland (Freiberg, Harz). Die 
Ausfllhr von Erzen wertete 1878: 41,7 
Mill. Mk., davon Kupfererze 32,7, Eisen- 
erae 9,9, (Mmeiene 3,i gm. 9%f. Die 
Ausfuhr von Metallen fiel 1878 ans 46,4 
Mill. Mk. von 62,4 Mill. Mk. in 1877; 
davon kamen im letzten Jahr auf Blei 
48,2, ans Quecksilber 12,7 Mill. Mk., wäh 
rend die Einfllhr von Nohmetallcn gleich 
falls siel und zwar von 10,i Mill. Mk. 
in 1877 auf 6,2 Mill. Mk. in 1878. - 
Steinkohle ist über ein Areal von 
900,000 ha verbreitet, wovon auf die 
Bliebe 272,250, Bur# 
121,000, Sorio 121,000, Leon 90,750, 
Patencia 90,750, Teruel 60,500, San 
tander 60,500 ha entfallen. Man schätzt 
die jährliche Produktion auf 600,000 metr. 
T., 1878 mußten aber noch 761,557 metr. 
T. im Wert von 20,8 Mill. Mk. zum größ 
ten Teil aus England eingeführt werden. 
— Salz wird sowohl vom Staat in 20 
Haupt- und 12 Unteranstaltcn als von 
Privaten und zwar sowohl aus Gruben 
als aus Seewasscr (Salzgärten) gewon 
nen, letzteres besonders in den Lagunen 
an der Bai von Cadiz, am untern Gua 
dalquivir, auf Jviza, bei Torrevieja u. a. 
Die Ausfuhr 1878 betrug 246,6 Mill. kg. 
li. Industrie. 
Die Industrie ist zum großen Teil durch 
die Hülfe des Auslands sowohl mit Ka 
pital als Menschenkräften gefördert wor 
den. Zu ihrer Unterstützung dienen außer 
den Handelskammern der Jndustricverein 
zu Madrid, Gewerbvereine (in neuerer Zeit 
gebildet) und Industrieausstellungen. Von 
dem Gesamtertrag aller Industrien ent 
fällt 0- auf Mühlen, % auf Ölpressen, 
Vs auf Baumwollspinnereien und -Webe 
reien. — Die Mühlenindttstrie hat 
ihren Hauptsitz in Altkastilien; den Wert 
der jährlichen Produktion aller Wind-, 
Wasser- und Dampfmühlen schätzt man 
auf 50 Mill. Mk. An sie schließt sich die 
Herstellung von Suppenteigcn an, welche 
in zunehmendem Maß (1878 mit 1,8 Mill, 
kos) am Erport teilnimmt. — Braue 
reien sind in den meisten größcrn 
Städten und zwar durch Deutsche angelegt 
worden, doch findet deutsches Erportbicr 
guten Absatz und verdrängt das englische. 
Dabei bezieht man Hopfen ausschließlich 
von Deutschland. Auch die Brenilcrcien 
sind von Wichtigkeit (s. oben). Die Her 
stellung von Konserven aller Art bildet 
einen nächtigen Industriezweig, der 1878: 
2,2 Mill, kg in denHandel brachte. Zucke r- 
raffinerien, welche Kolonialzucker ver 
arbeiteten, bestehen schon seit längerer Zeit 
im südlichen S.; mit dem wachsenden 
Zuckerrohrbau beginnt sich auch diese In 
dustrie zu heben. — Die Tabakfabrika 
tion ist Staatsmonopol; große Fabriken 
bestehen zu Sevilla (die größte), Madrid, 
Santander, Gijon, Coruña, Valencia und 
Alicante. Die Blätter kommen aus Cuba,
	        

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Lexikon Der Handelsgeographie. Verl. des Bibliogr. Inst., 1882.
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