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Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes

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Bibliographic data

fullscreen: Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes

Monograph

Identifikator:
834086425
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-82719
Document type:
Monograph
Author:
Helfferich, Karl http://d-nb.info/gnd/118773828
Title:
Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes
Edition:
Sonderabdruck
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1899
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 135 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes
  • Title page
  • Contents

Full text

Das Reich müßte zunächst 120 Millionen Mark für den Ankauf 
der Anteilscheine aufbringen. Da eine Schwächung des Reservefonds 
bei dem Umfang des Geschäftsbetriebes der Reichsbank und ihrer 
starken Kapitalanlage in Gebäuden und Grundstücken (Ende 1897 
etwa 33 Va Millionen Mark) nicht angängig erscheint, müßten zur 
Ergänzung des zur Hälfte den Anteilseignern zufallenden Reserve 
fonds weitere 15 Millionen Mark aufgebracht werden. Im ganzen 
wären also behufs Übernahme der Reichsbauk 135 Millionen Mark 
zu beschaffen. Der augenblickliche Kursstand der 3 prozentigen Reichs 
anleihe (25. X. 1898) ist 92,60 Mark, sodaß die thatsächliche Ver 
zinsung sich auf etwa 3Vi % stellt. Die 135 Millionen Mark würden 
also, wenn sie im Wege einer Anleihe aufgebracht würden, zu ihrer 
Verzinsung einen jährlichen Aufwand von 4387000 Mark erfordern. 
Angenommen, daß der Reingewinn der Reichsbauk ebenso hoch bliebe 
wie im Durchschnitt der sieben Jahre 1891—1897 (15,2 Millionen 
Mark), würde das Reich aus der verstaatlichten Reichsbank einen 
Reingewinn von 10,8 Millionen Mark ziehen, während sein Anteil bei 
den gegenwärtigen Bestimmungen sich auf 6 750 000 Mark belaufen 
würde. Die Verstaatlichung der Reichsbauk würde also unter diesen 
Voraussetzungen dem Reich eine jährliche Mehreinnahme von etwa 
4 Millionen Mark verschaffen. 
Die Voraussetzung, daß in Zukunft der Reingewinn der Reichs 
bank ebenso hoch bleiben werde, wie in den sieben Jahren 1891—1897, 
ist jedoch eine sehr unsichere; denn diese sieben Jahre weisen un 
gewöhnlich günstige Ergebnisse auf. Während ihr durchschnittlicher 
Reingewinn 15,2 Millionen Mark betrug, war der Reingewinn in 
den 15 Jahren von 1876-1890 nur lì Millionen Mark. Außer 
dem spricht noch ein besonderer Grund dafür, daß die günstigen 
Ergebnisse der letzten Jahre nicht von Dauer sein werden. Mit dem 
wachsendeil Kapitalreichtum des Laildes wird die Konkurrenz, welche 
private Depositen- und Diskoiltobanken der Reichsbauk nlachen, immer 
schärfer werden. Zur Zeit wird diese Tendenz durch den lang- 
aildanernden und kräftigen industriellen Aufschwung, welcher alle 
verfügbaren Mittel voll und gang in Anspruch nimmt, nicht nur 
ausgeglichen, sondern beträchtlich überwogen, aber mit der Dauer 
dieser glänzeilden Verhältnisse kann man kaum rechnen. Das Bei 
spiel der Bank von Frankreich ist in dieser Beziehilng sehr lehrreich. 
Seit dem Jahre 1882 ist der Reingewinn dieses Instituts von 
02^2 Millionen Frailes auf etwa 20 Millionen Francs zurückgegangen, 
und zwar infolge der Verbilligung des Zillsfußes uild der wachsenden
	        

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Zur Erneuerung Des Deutschen Bankgesetzes. Duncker & Humblot, 1899.
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