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Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Bibliographic data

fullscreen: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Monograph

Identifikator:
883823179
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-4396
Document type:
Monograph
Author:
König, Joseph http://d-nb.info/gnd/119182084
Title:
Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe
Edition:
Dritte, neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlagsbuchhandlung Paul Parey
Year of publication:
1906
Scope:
1 Online-Ressource (XXIII, 1083 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Untersuchung von Boden
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe
  • Title page
  • Contents
  • Untersuchung von Boden
  • Tierische Entleerungen und Stallmist
  • Künstliche Düngemittel
  • Asche von Pflanzen, tierischen Stoffen und Brennstoffen
  • Futtermittel
  • Die Untersuchung der Sämereien
  • Milch und Molkerei-Erzeugnisse
  • Speisefette und -öle
  • Bienenhonig
  • Rohstoffe und Erzeugnisse der Zuckerfabrikation
  • Rohstoffe und Erzeugnisse der Stärkefabrikatiom
  • Rohstoffe und Erzeugnisse der Spiritusfabrikation
  • Bier und seine Rohstoffe
  • Obst- und Beerenfrüchte sowie deren Erzeugnisse
  • Wasser
  • Beschädigungen der Vegetation durch Rauch und Staub
  • Untersuchung der Schafwolle
  • Bienenwachs
  • Schmiermittel
  • Index

Full text

Untersuchung der Mineralböden. 
35 
Erforderlich dazu ist eine alkalifreie Borsäure, die durch sorgfältiges 2—3-maliges 
Umkrystallisieren eines guten Handelspräparates erhalten, dann durch Glühen in kleinen 
Mengen (2—3 g) im Platintiegel entwässert und gepulvert wird. Von solcher Borsäure 
benutzt man auf je 1 g Silikat 3—4 g für leicht aufschließbare, 5—6 g für schwerer auf 
schließbare Silikate und 8 g für Feldspat. Man glüht ö—10 Minuten mit kleiner Flamme 
zur Vertreibung des vorhandenen Wassers und dann erst mit voller Flamme. Sobald die 
Masse ruhig fließt, glüht man noch einige Zeit mit gewöhnlichem Brenner und zuletzt, auf 
dem Gebläse. Nach beendigter Aufsohließung setzt man den bedeckten, glühend heißen 
Tiegel in ein mit kaltem Wasser umgebenes Tondreieck, bringt die sich leicht ablösende 
Schmelze in eine geräumige Platinschale und zersetzt die Schmelzmasse unter schwachem 
Erhitzen mit kochend heißem Wasser und Salzsäure. 
Ist die Aufschließung vollständig gewesen, so lassen sich auf dem Boden der Platin 
schale nicht die geringsten harten Teilchen fühlen. Die Lösung wird auf dem Wasser 
bade eingedampft, wobei die Flüssigkeit nach einiger Zeit infolge Ausscheidung von 
Siliciumhydroxyd gelatiniert; von da an muß bis zur vollständigen Trockne häufig umge 
rührt werden. 
Die Entfernung der Borsäure geschieht mittels Salzsäuremethyläthers, den man 
dadurch erhält, daß man in eine mit einem geschliffenen Eöhreneinsatz versehene dünn- 
strahlige Spritzflasohe 250 ccm Methylalkohol gibt und durch das Spritzrohr unter Ab 
kühlung 2—3 Stunden einen lebhaften Strom von Salzsäuregas leitet, welches vorher durch 
Wasch- bezw. Trockenflaschen mit konzentrierter Schwefelsäure und Chlorcalcium ge 
gangen ist. 
Mit der so erhaltenen Flüssigkeit übergießt man in Mengen von 60—70 ccm den 
Schmelzrückstand, erwärmt im Wasserbade, bis der Alkohol verjagt ist, und wiederholt 
dieses 3—4-mal, um alle Borsäure auszutreiben. 
Die verbleibende Salzmasse wird nach dem vollständigen Trockenrühren mit dem 
Platinspatel 1 Stunde bei 110° getrocknet, der Trockenrückstand mit 5 ccm konzentrierter 
Salzsäure durchfeuchtet, 10 Minuten lang stehen gelassen, darauf mit 75 ccm Wasser ver 
setzt, 16 Minuten auf dem Wasserbade erhitzt, die unlösliche Kieselsäure abfiltriert und 
mit kochendem Wasser, dem man anfänglich auf dem Trichter verdünnte Salzsäure zu 
tröpfelt, gründlich ausgewaschen. Das Filtrat muß nochmals eingedampft und in gleicher 
Weise behandelt werden, da 0,5—2,0 e / 0 Kieselsäure gelöst bleiben können, welche sonst 
später mit Tonerde und Eisen zusammen ausfallen würden. 
Nach einigen Versuchen hierseihst scheint das Verfahren auch bei Böden 
trotz des hohen Gehaltes an Sand anwendbar zu sein, wenn man genügend große 
Mengen Borsäure anwendet. 
4. Bestimmung des Quarzes. 
Die Menge des Quarzes in dem Boden ergibt sich drfrch Differenz-Berechnung. 
Man addiert die in dem mit Flußsäure aufgeschlossenen Eückstande gefundene 
Menge von Tonerde, Kali, Natron usw., berechnet aus diesen nach vorstehenden An 
gaben die entsprechende Menge Kieselsäure, addiert diese ebenfalls hinzu und zieht 
die Summe von der zum Aufsohließen verwendeten Menge Sand + Silikate ah; der 
Rest ist als „reiner Quarzsand“ anzusehen und in Rechnung zu stellen. 
III. Bestimmung einzelner Bestandteile des Bodens. 
1. Bestimmung des Humus. Dieselbe ist bereits S. 13 beschrieben. Es erübrigt, 
hier noch einige Verfahren zur Ermittelung der Beschaffenheit des Humus 
mitzuteilen. Dieselbe ergibt sich zum Teil schon aus dem Verhältnis, in welchem der 
Kohlenstoff zum Stickstoff steht; je enger bei mittlerem Humusgehalt (3—4 °/ 0 ) das 
Verhältnis ist, um so günstiger ist dies im allgemeinen. Das Verhältnis von organisch 
gebundenem Stickstoff zum Kohlenstoff kann von 1:5 bis 1:20 und selbst bis 
3*
	        

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