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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
2.Teil. Die Produktionsprinzipien
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

143 
sucht werden; jedenfalls aber können wir uns sehr wohl denken, daß 
die „fußstampfe" sich ixn Prinzip mit der Abbildung Nr. 2 deckt, und 
auch die in eine „walkmühl den lodern" umgewandelte „reismühlen" 
ist ohne Zweifel eine solche Stampfe gewesen, da Tuch nicht gemahlen, 
sondern mit Walkstempeln gewalkt wird; es bestand wahrscheinlich die 
ganze Umänderung darin, daß das untere Ende des Walkstempels für 
Tuch eingerichtet wurde. 
Aus der Abbildung Nr. 2 ist klar ersichtlich, daß auch alle Wasser 
hämmer, deren es allerdings heute nur noch wenige gibt, diesem Typ 
entsprechen, und in Burgbernheim, in der jetzt freilich verödeten Werk 
statt des Weißgerbers, habe ich noch die Teile einer alten Handwalke 
gesehen, deren gleicharmiger (also etwa analog Abbildung Nr. 2) Hebel 
eine Länge von 3 Metern besaß; der eichene Walkstempel und der 
eichene Walktrog waren speziell für die Walkzwecke des Gerbers ein 
gerichtet, d. h. der Walkstempel besaß an seinem unteren Ende eine 
Zahnung etwa wie es Abbildxxng 3 zeigt. Nach der Erzählung des 
Weißgerbers wurde die Walke mit der Hand betrieben in der Weise, 
daß das hintere Ende des gleicharmigen Hebels von zwei Personen auf 
und ab bewegt wurde. Er hatte die Walke von seinem Vater über 
nommen. 
Die bisher besprochenen Formen der Walke wurden durch 
Menschenkrast mit der Hand oder mit dem Fuße bewegt; Tarajanz 
erzählt für Bulgarien die Form des Betriebes in der folgenden Weise: 
„Der Meister (Besitzer des Tings) stellt sich auf den horizontalen Balken 
dicht bei dem Anhaltspunkte. Einen Fuß hat er immer auf dem An 
haltspunkte, den andern aber bald auf einer, bald auf der anderen 
Seite, je nachdem der Hebel sich heben oder senken muß. Der Meister 
zeigt dabei eine große Gewandheit, indem er mit einer bewundernswerten 
Schnelligkeit im Takt sich um den Stützpunkt dreht" *). 
Eine weitere Form der Entwicklung ist der Betrieb durch Wasser 
kraft. In Arxnenien wird bei der Wasserstampfmühle „durch die Schwere 
des Wassers der Hintere Teil des Balkens herabgedrückt * 2 }," während 
Jwantschoff die Walkmühlen der mohamedanischen Bulgaren der Land 
schaft Gepino in der Nähe des Rhodope xxnd bei Trojan in der Nähe 
des Balkaugebirges folgendermaßen beschreibt „Über einem vom Bach 
abgeleiteten Mühlgraben steht unter freiem Himmel ohne Haus und 
Dach ein hoher zweiarmiger Hebel, an den sich auf der flußwärts ge 
legenen Seite eine im Wasser gelegene Welle anschließt. Die Schaufeln 
der Welle heben den oberen Hebelarm, wodurch der untere Arm stoß 
weise herabgeht" 3 ). 
*) Tarajanz 1897, S. 40. 
2 ) Gogitschayschwili 1891, S. 77. 3 ) Jwantschoff 1896, S. 55.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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