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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

213 
werk, welche er teils in Eigenbesitz, teils in Pacht hat; neben den 
100 Häuten und Fellen, welche er durchschnittlich jährlich gerbt, ist der 
Ertrag aus der Ökonomie ziemlich bedeutend. Ein Gerber bei Winds 
heim hatte 1886 ein Einkommen von 1500—1800 Mark aus einem 
Grundbesitz von 35 Tagwerk, und ein Weißgerber in Sachsen besitzt 
eine Ökonomie von 30 Scheffel Land und 4 Kühen; dieser letztere 
Grundbesitz verteilt sich so, daß 23 Scheffel Acker einen jährlichen 
Ertrag von etwa 100 Ztr. Korn bedeuten, die übrigen 7 Scheffel als 
Wiese für die Viehzucht erhalten werden. In all den letztgenannten 
Fällen ist das Einkommen aus der Ökonomie größer als aus der 
Gerberei; man sieht aus den Beispielen einerseits, wie das Verhältnis 
zwischen Gerberei und Landwirtschaft ein wechselndes ist, andererseits 
aber, wie der Besitz von genügendem Grund und Boden einen leicht 
zu bewerkstelligenden Rückzug der kleinen Gerber auf das sichere Ein 
kommen aus der Landwirtschaft zuläßt; ein derartiger Rückgang des 
Gewerbes, also eine Rückkehr zum originären Nahrungserwerb durch 
Ackerbau und Viehzucht, ist eine für Weißgerber seltene, allerdings nur 
in dünner besiedelten Gegenden mögliche, aber sehr begrüßenswerte Er 
scheinung, weil solche Vorgänge schwierige soziale Probleme nicht er 
zeugen. Die kleineren wohlhabenden Gerber mit Grundbesitz gestehen 
fast alle, daß schon ihr Vater und Großvater den Grund ihres Wohl 
standes mit der Ökonomie gelegt habe, während sie andererseits zugeben, 
daß der Verdienst aus dem Handwerk ein leichterer sei, weil ihnen die 
Gerberei für den Fall flotten Geschäftsganges in sechs oder sieben 
Arbeitsstunden ebenso viel einträgt, als die Landwirtschaft in einer 
mühsamen, langen Tagesarbeit. Hauswerk, Lohnwerk, Preiswerk, Gewerbe 
und Landwirtschaft gehen bei diesen kleineren Landgerbern in buntem 
Gewirr durcheinander, und das scheint nach den oben angeführten Bei 
spielen dieser Kategorie schon immer, vielleicht schon seit homerischen 
Zeiten, so gewesen zu sein, so daß es schwierig ist, diese Kategorie von 
gewerblichen Arbeitern eindeutig in dem scharfen System klarer Defi- 
uitiouen unterzubringen; ihr Grundbesitz ist wechselnd, das Einkommen 
uus dem Gewerbe ist schwankend, die Betriebsformen des Gewerbes 
gehen so bunt und verwirrt durcheinander, daß Hauswerk über Lohn- 
b>erk und Preiswerk, selbst bis zur Fabrikarbeit, an dem gleichen Tage 
nebeneinander an den gleichen Produzenten beobachtet werden können, 
wobei je nach der momentanen Lage der Verhältnisse alles neben 
einander besteht, oder der eine Teil auf Kosten des anderen zeitenweise 
zurückgeht oder verschwindet; die Formen des gewerblichen Betriebes 
sind eben mehr oder weniger theoretische Abstraktionen, deren reinliche 
Scheidung das praktische Leben nur selten kennt. 
Eine eigentümliche Form des Gewerbebetriebes, welche, wie alle
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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