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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

257 
schließen wollten, es in Zukunft mit der Rheinischen Handwerksgewohn 
heit zu halten, so müßten sie sich entweder zu Frankfurt am Main 
oder zu Frankfurt an der Oder oder zu Leipzig oder Straßburg, „allwo 
die gewöhnliche Handwercksbrief zu finden weren", einkauffen, aber 
„ehe und bevor solches geschehe, selbige neben den Ihrigen nicht passiert 
werden könnten". Man sieht aus dem Allen, zu welch eigenartigen 
Verhältnissen dieser feste interurbane Zusammenschluß Anlaß gegeben 
hat. Magdeburg gehörte zum Rheinischen Kreis') und hatte 1686 
4 Jahre Lehrzeit"); in den Nürnberger Ordnungen weder von 1535 
noch von 1629 ist etwas über die Zugehörigkeit des Handwerks zu 
einem der erwähnten 4 Kreise ausgesprochen, aber bei Gelegenheit der 
Handwerkstrennung von Memmingen erfahren wir, daß sie zum Rheini 
schen Handwerksgebrauch halten. Noch nach der Nürnberger Ordnung 
von 1629 sind drei Lehrjahre vorgeschrieben^), und als 1634 die 
Lehrzeitfrage in Nürnberg geregelt wurde, wurde unter anderem auch 
die Lehrzeit der Weißgerber auf 4 Jahre erhöht'); Mummenhoff bringt 
diese Erhöhung in Zusammenhang lediglich mit einer inneren gewerbe 
politischen Maßnahme, es fragt sich aber, ob dabei nicht auch die inter 
urbane Einfügung in die größere Einheit des Rheinischen Handwerks- 
gebrauches vielleicht eine maßgebende Rolle gespielt hat. Ähnlich wie 
oben die Memminger Weißgerber Anschluß an einen der vorhandenen 
Bezirke suchen mußten, war es auch bei den Bremern; als hier auf 
Wunsch einer Anzahl von Weißgerbern 1746 eine Trennung von den 
Riemenschneidern und Senklern, mit welchen sie bis dahin in einem 
Amte verbunden gewesen waren, erfolgte, erhielten sie eine Rolle mit 
dem Titel „Weißgerber-See-Stetter-Amts-Rolle" ^); damit ist die gleich- 
zeitige Zugehörigkeit zu den See-Städtern ausgedrückt. 
Die Herkunft der Namen „Rheinische", „Schwaben", „See-Städter", 
„Landstädter", welch letztere eben wahrscheinlich den Gegensatz zu den 
See-Städtern bildeten, ist ohne weiteres klar. Anders liegen die Ver 
hältnisse bei dem Worte „Rößler", welches auch in der Form „Rö-ler" °), 
„Nyßler"') vorkommt. Für dieses Wort eine Erklärung zu finden, 
gelang mir nicht. 1414 erfolgte in Leipzig eine Handwerkstrennung: 
„Wir Wilhelm . . . thun kund mit diesem brieve, daß wir den be 
scheidenen alten schoworchen, genannt die reseler, in unserer statt 
^ipczk die gunst und gnade getan haben, und haben sie genommen von 
der innunge der schoworchen daselbens und ihnen sunderlichen eine 
') Magdeburg 1886, IZt-ns, Uten?. -) Magdeburg 1686, S. 1. 
s ) Nürnberg 1629; so auch von Frankfurt aus noch für 1602; vgl. Würz 
burg 1602, 88 a. *) Mummenhoff 1901, S. 66. 
5 ) Privatmitteilung beS Archivs der freien 'Hansestadt Bremen. 
") Weigel 1698, S. 628 ff. ’) Beck 1807, S. 64 f. 
Entwicklung der Weißgerberei. 
17
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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