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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

357 
Brunnenbette durch „heut" *). Ein großer Teil des mittelalterlichen Ge 
werbes ging, worauf ja ebenfalls mehrmals hingewiesen wurde, in der 
Öffentlichkeit vor sich^); fo wurde in Rothenburg 1601 den Rot- und 
Weißgerbern, Schwarzfärbern und Seilern verboten, auf den Stadtmauern 
das Leder usw. aufzuhängen, weil sich etliche unsauber gehalten hatten 3 ); 
Beckmann erzählt von dem Orte Schüttorf in der Grafschaft Bentheim, daß 
dort der Reisende beim Eintritt in die Stadt das Gewerbe der Perga- 
menter durch mehr als einen Sinn gewahr werden könnte; denn das ganze 
Stadttor sei gemeiniglich mit nassen Häuten behängt ü; und die Augs 
burger Vorschriften aus der Wende des 18. Jahrhunderts enthalten 
das ausdrückliche Verbot, daß niemand „vor der Werckstatt heraussen 
einige Arbeit zu Baum verrichten nit zugelassen sein" solle 8 ). Diese 
Beispiele mögen noch einmal bekunden, daß eine Absonderung der 
Gerbereien nicht vorhanden ist, sie mögen zeigen, welches die allgemeinen 
gewerbehygienischen Zustände sind, sie machen uns die Schilderung 
Ramazzini's verständlicher, und sie zeigen uns auch, wie die ersten 
sanitären Bedenken gegen die Gerbereien aus den von diesen entwickelten 
Gerüchen erwachsen sind; die Gerüche verursachenBernardin Ramazzini 
Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerz, die Gerüche veranlassen die Pferde 
zur Widerspenstigkeit; Carminati hat aus der Einwirkung der putriden 
Ausdünstungen auf einen Frosch auf die Schädlichkeit dieser Gase über 
haupt geschlossen 6 ); noch am Anfang des 19. Jahrhunderts ist der 
„aashafte Dunstkreis", in welchem die Gerber arbeiten, das die Gesund 
heit untergrabende Moment 7 ), und als die fortschreitende Erkenntnis 
gezeigt hatte, daß zwar schädliche Gase, wie Kohlensäure, Ammoniak, 
Schwefelwasserstoff, Aminbasen, gelegentlich auch Blausäure, sich ent 
wickeln 8 ), daß aber diese Gase in starker Verdünnung auftreten, daß 
eine Alteration der Gesundheit durch diese ausgeschlossen sei 9 ), da geriet 
plötzlich die Gerberei in den Ruf eines überaus gesunden Gewerbes 10 ); 
schon der neapolitanische Arzt Cirillo hatte 1786 in einer Streitschrift 
über die Abwässer der Gerbereien darauf hingewiesen, daß beim Gerben 
nicht Fäulnis, sondern Konservierung und Balsamierung der Häute bewirkt 
werde, und daß weder das Leder, noch die verschiedenen Wasser und 
Beizen faulige Bestandteile enthalten oder ausdünsten^); besonders die 
Lohgerber sollten durch Einatmung des Lohestaubes und durch den steten 
0 Dunker 1803, S. 117. a ) Mummenhoff 1901, S. 114, siehe Abbild. 111. 
s ) Roihenburg 1571-1696, S. 28; 1601. *) Beckmann 1796, S. 301. 
6 ) Augsburg ca. 1800. 6 ) Carminati 1777, De putridis halitibus. 
Map 1803, S. 142 ff. 8 ) Weyl 1897, S. 896; 1904, S. 117 f., 123; May 
1803, S. 142ff.; Hirth 1874, S. 430, 437f. «) Hirth 1878, Bd. II, S. 146ff. 
10 ) Neufville 1855, S. 89. 
J1 ) Cirillo, lüflessioni intorno alla qualita delle acque nella Concia de 
cuoi, 1786, 2. Auflage.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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