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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Dritter Teil. Industrie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

3. Die Stellung der Ingenieure in Deutschland. 
381 
wie in Frankreich. Es konnte auch in Deutschland kaum anders sein, denn die 
politische und wirtschaftliche Zerstückelung ließ keine große Technik aufkommen. 
In den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts schrieb Justus Möser begeistert 
von dem Berufe der Kleinstaaten. Er zeigte, wie im engen Kreise Kunst und Wissen 
schaft, Landbau und Bergbau intensiv gepflegt werden können. Dieser intensiven 
Kleinpflege verdankte ja das deutsche Berg- und Hüttenwesen seine Blüte. 
Die neue Maschinentechnik aber brauchte weite Grenzen und große Verkehrs 
gebiete. Zwischen engen Zollschranken und Grenzpfählen konnte die neue Technik 
keine Rolle spielen. Damit komme ich auf den entscheidenden Punkt: England und 
Frankreich hatten große Fortschritte gemacht, weil dort die Technik eine Rolle spielte, 
weil dort die Technik neben den Wissenschaften etwas galt, weil dort Wissenschaft 
und Technik sich gegenseitig stützten und belebten; in Deutschland hingegen mußten 
diese Beziehungen zwischen Wissenschaft und Technik ganz natürlich fehlen. Denn 
die Entwickelungsbedingungen der Technik waren zu ungünstig. Die schwächliche 
Pflanze konnte nur wenig Aufmerksamkeit erregen. So bestand zwischen den alt 
bewährten, stolzen Naturwissenschaften und der kleinen Technik eine weite Kluft. 
Dazu kam, daß gerade zu Anfang des 19. Jahrhunderts an den deutschen Universitäten 
die Naturphilosophie herrschte. Schellings Einfluß auf die Naturwissenschaften war 
groß. Alles, was Praxis hieß oder an Praxis erinnerte, wurde als banausisch ver 
achtet. Ja, sogar das wissenschaftliche Experiment stand damals in geringem Ansehen. 
Unser größter Chemiker hat später oft geklagt, wie sehr sich die deutschen Naturwissen 
schaften schadeten, als sie das Experiment verleugneten. „Auch ich habe diese, an 
Worten und Ideen so reiche, an wahrem Wissen so arme Periode durchlebt; sie hat 
mich um zwei kostbare Jahre meines Lebens gebracht," schrieb Justus v. Liebig. 
Eine Kluft also bestand in Deutschland zwischen Wissenschaft und Technik. 
Die Folge dieses Zustandes war eine mangelnde wissenschaftliche Ausbildung der 
Ingenieure. In Frankreich gab es schon seit dem Ende des 18. Jahrhunderts, in 
England seit dem Anfange des 19. Jahrhunderts ausgezeichnete Lehrbücher, die 
eine Brücke zwischen Theorie und Praxis herstellten. In Deutschland dagegen er 
schienen erst 1831 auf ausdrücklichen Wunsch der Preußischen Regierung Lehrbücher 
der Statik und Dynamik für den praktischen Gebrauch. 
Vergebens suchte man in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wissen 
schaftlich gebildete Ingenieure in Deutschland. Dieser Mangel drängte sich in Deutsch 
land und auch in Österreich so stark auf, daß man an den verschiedensten Orten den 
Beschluß faßte, für die Ingenieure technische Schulen zu schaffen. 
Voran ging Österreich, wo 1815 in Wien die Polytechnische Schule gegründet 
wurde. Dann folgte 1821 Preußen mit der Gründung des Gewerbeinstituts zu 
Berlin, aus dem später die Technische Hochschule entstand, 1827 folgte Bayern mit 
höheren technischen Schulen zu München und Nürnberg, ein Jahr später Sachsen mit 
der Technischen Schule zu Dresden, dann Hannover, Württemberg usw. 
Jedoch mit der Begründung dieser technischen Schulen war die Kluft zwischen 
Wissenschaft und Technik noch keineswegs beseitigt. Im Gegenteil trat jetzt diese 
Kluft noch deutlicher zutage, denn es zeigte sich, daß die Mathematiker und Physiker, 
die man als Lehrer an die neuen technischen Schulen berief, keine Kenntnisse von der 
Praxis hatten; und an wissenschaftlich gebildeten Ingenieuren, die man als Professoren 
hätte berufen können, war ebenfalls Mangel. 
So blieben sie neuen Schulen jahrzehntelang ohne starke Wirkung. Trotz der 
Zahlreichen Institute blieb die Ausbildung der deutschen Ingenieure nach wie vor 
wangelhaft. 
Es kann daher nicht befremden, wenn man folgende Äußerung eines klassischen 
Zeugen hört. Werner Siemens schildert die technische Bildung im Jahre 1840:
	        

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Laienbrevier Der National-Ökonomie. Voigtländer, 1908.
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