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Die Nationalökonomie in Frankreich

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Bibliographic data

fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

Monograph

Identifikator:
890892032
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-34137
Document type:
Monograph
Author:
Waha, Raymund de http://d-nb.info/gnd/117560855
Title:
Die Nationalökonomie in Frankreich
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (XIX, 540 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch I Die liberale Schule
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Nationalökonomie in Frankreich
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Buch I Die liberale Schule
  • Buch II Die katholischen und verwandten Richtungen
  • Buch III Interventionismus, Solidarismus und Protektionismus
  • Buch IV Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen
  • Schlusswort

Full text

Geschichtlicher Überblick 
9 
Handels beseitigt wurden. Turgots Versuche in dieser Rich 
tung waren bekanntlich mißlungen und haben seinen Sturz 
herbeigeführt. 
In der Betrachtung der wirtschaftlichen Dinge vom Stand 
punkt der Naturgesetze wurden die Physiokraten abgelöst von 
dem nunmehr nach Frankreich vordringenden System Adam 
Smiths. Smith trat mit der ganzen Nüchternheit des angelsäch 
sischen Temperaments an das Studium der wirtschaftlichen 
Dinge heran. An Stelle des enthusiastischen Spekulierens in 
lichten, der Wirklichkeit abgewendeten Gedankenhöhen, wie es 
die Physiokraten liebten, greifen bei ihm Induktion und De 
duktion ständig ineinander. Scharfes Beobachten gesellschaft 
licher Tatsachen und stetes Zurückgreifen auf solche ist ihm 
Bedürfnis. Die Postulate des freien Waltens des Eigennutzes 
und einer dementsprechenden Rechts- und Wirtschaftsordnung 
begründet er mit der Analyse wirtschaftlicher Erscheinungen. 
Andererseits aber macht er auch umfassenden Gebrauch von der 
Deduktion sowohl von allgemeinen Tatsachen der menschlichen 
Natur als von der rationalistisch-deistischen Prämisse der durch 
die Vorsehung prästabilierten, harmonischen und wohltätigen 
natürlichen Ordnung der Dinge, an der er mit religiösem Glauben 
festhält. Sein gesunder, stets auf dem Boden der tatsächlichen 
Verhältnisse fußender Sinn bewahrte ihn jedoch vor den Ex 
zessen des Rationalismus, vor den extremen Konsequenzen seiner 
eigenen Grundanschauungen, welche Ricardo und Karl Marx 
später voll ausdachten. 
In der Produktivitätslehre bekämpft er den merkantilisti- 
schen, wie den physiokratischen Standpunkt: nicht eine gün 
stige Handelsbilanz, nicht der Ackerbau ist die alleinige Quelle 
alles Reichtums eines Volkes, sondern die menschliche Arbeit, 
insofern sie nützliche, Tauschwert habende Sachgüter erzeugt. 
Die Arbeit ist das Maß des Tauschwertes x ) aller Güter. Der 
b Die Physiokraten kennen nur einen Wert: den Marktwert. Smith 
dagegen fällt in die alte Zweiteilung der objektiven Werttheorien in Gebrauchs 
und Tauschwert zurück. Dabei wird die Brauchbarkeit eines Gutes mit seinem 
Gebrauchswert verwechselt, und dieser als etwas Gleichbleibendes angesehen. 
Damit ist der Widerspruch zwischen ihm und dem wechselnden Tauschwert 
ausgesprochen. ÿ)as Fehlerhafte dieser Konstruktion springt in die Augen, 
wenn man sich vergegenwärtigt, daß Smith und alle objektiven Werttheoretiker
	        

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Die Nationalökonomie in Frankreich. Verlag von Ferdinand Enke, 1910.
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