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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

J 
— 84 — 
alle Güter in gleicher Weise zu belasten, diejenigen, welche im Inland dringend 
zum Aufschwung nötig sind und daselbst gar nicht erzeugt werden, ebenso wie 
die, welche im Inland erzeugt werden. 
Wir sehen, daß die Bedeutung der Goldwährung auf internationalem Gebiet 
liegt. Der Goldschatz der Bank, der Bestand an Golddevisen ermöglicht, im Aus 
lande den Kurs des österreichischen Geldes zu beeinflussen, vor allem aber vermag 
die Bank dem Staat in schweren Zeiten beizuspringen. Insbesondere in. 
Kriegszeiten ist der Bestand an Auslandszahlungsmitteln 
begreiflicherweise von hervorragender Bedeutung. Wenn 
allgemeines Mißtrauen herrscht, kann man nur für Gold im Ausland sicher Waren 
erhalten. 
Suchen wir uns nun von der geschilderten Tätigkeit der österreichisich- 
ungarischen Bank ein Bild zu machen. Ich möchte dabei bemerken, daß den- 
artige Maßnahmen den Bankpraktikem des 18. Jahrhunderts wohl vertraut waren, 
und daß in der Metternichschen Periode die österreichischen Wechselkurse im 
Auslande durch staatliche Beeinflußung gehalten wurden. Heute haben bereits 
viele Notenbanken sich daran gemacht, die Wechselkurse zu regeln, insbe 
sondere auch die Deutsche Reichsbank. Ich nehme an, wir hätten drei Länder 
gegeben, Österreich-Ungarn und einen Nachbarstaat, die beide Devisenpolitik 
treiben, und einen dritten Staat, an dessen Bürger die Zahlungen in effektivem 
Gold geleistet werden müssen. Ich verwende wieder unsere bisherige Schema 
tisierungsmethode, indem ich die Bilanz jedes Individuums und jeder Noten 
bank laufstelle. Tabelle XV zeigt uns alle Individuen im Besitze von Gütern: 
gl, g2, g3, g4, gs, ge, g?, gg, gg, gio und das Individuum D überdies im Besitze 
von Gold (Zeichen Q). Zunächst beschaffe sich die inländische Notenbank Gold 
gegen Noten. 
Die jetzt zirkulierende Notenmenge n^ wäre als voll gedeckt zu charakteri 
sieren. Nun nehmen wir an, daß ähnlich, wfie wir dies 'bei Besprechung des 
Fullartonschen Prinzips angenommen haben, ein Individuum C gegen einen in 
sieben Zeitteilen fälligen Wechsel Wj von E das Out g^o bezieht. Die Wechsel 
forderung des E erscheint als Aktivum, die Wechselscnuld des C als Passivum. 
Um sich Waren von D kaufen zu können, diskontiert E seinen Wechsel bei 
der Notenbank und erhält dafür gleichfalls Noten. Die zirkulierende Notenmenge 
n^ Hg wäre, wenn wir alle in der Tabelle vorkommenden Einheiten g, n, w, d, 
als gleich groß in bezug auf ihre Preishöhe annehmen, zur Hälfte durch Gold, 
zur Hälfte durch Wechsel gedeckt. E kauft nun gg von D mit Hilfe von ng. 
D selbst kaufe wieder mit Hilfe der zwei Notenmengen zwei Warenmengen von 
B, Nun betrachten wir aber auch den internationalen Warenverkehr. A exportiere 
die Ware gg nach dem Auslande II. X zahle mit einer (n neun Zeitteilen fälligen 
Devise d^. Diet von A erworbene Forderung fungiert natürlich unter den Aktien, 
während X nun belastet erscheint. A benötigt Geld, um sich Waren anzuschaffen, 
und verkauft die Devise an die eigene Notenbank, deren Notenumlauf nun zu 
Ug mit Gold wäre. Mit der Notenmenge ng kauft sich nun A bei C die Ware gg. 
C ist dadurch in die L%e versetzt, die eben fällige Wechselschuld zu bezahlen. 
C erhält seinen Wechsel Zurück und gibt die Noten Ug an die Bank ab. Während 
in dem Beispiel Tabelle X die Noten, welche bei "der Wechseldiskontierung aus 
gegeben wurden, wieder zur Bank zurückkehrten, sind es diesmal Noten, die 
aus anderen Geschäften herrühren, mit denen C seine Wechselschuld bezahlt. 
Sie sind gelegentlich eines Devisenkaufes emittiert worden. Die Notenbank merke 
nun, daß der Inlandsmarkt Auslandsware benötige. B suche bereits zwei Devisen 
mengen, um zwei Rohstoffmengen zu beschaffen, die für den Betrieb seinies 
Unternehmens notwendig sind. Es ist aber nur eine Devisenmenge im Inlande 
vorhanden, die durch Export von gg hereingekommen ist. Die Notenbank kann 
nun, um diese Devisenmenge zu beschaffen, ihr Gold exportieren. Es gelangt 
direkt oder auf Umwegen in die Notenbank des Auslandes II. Die Noten der 
inländischen Notenbank wären jetzt metallisch überhaupt ungedeckt, wohl aber 
wären sie durch Devisen vollgedeckt, ein Zustand, der auf Grund der Statuten 
der österreichisch-ungarischen Bank unzulässig ist. B kaufe nun diese zwei 
Devisenmengen mit Hilfe von zwei Noteumengen n^ und n,, die eine stammt
	        

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Gesellschaftslehre. Enke, 1928.
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