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Wirtschaft als Leben

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Bibliographic data

fullscreen: Wirtschaft als Leben

Monograph

Identifikator:
893136298
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-77125
Document type:
Monograph
Author:
Preisigke, Friedrich http://d-nb.info/gnd/116281871
Title:
Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens
Place of publication:
Strassburg im Elsass
Publisher:
Verlag von Schlesier & Schweikhardt
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 575 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Wirtschaft als Leben
  • Title page
  • Contents
  • Der Wertgedanke ein verhülltes Dogma der Nationalölonomie
  • Die Herrschaft des Wortes
  • Die Grenzen der Geschichte 1903
  • Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung 1906-1909
  • Freiheit vom Worte. Über das Verhältnis einer Allwirtschaftslehre zur Soziologie 1923
  • Die Wirtschaftliche Dimension. Eine Abrechnung mit der sterbender Wertlehre 1923
  • Vom Wirtschaftsleben und seiner Theorie 1924
  • Index

Full text

10 
Der Konsumverein ist seinem Wesen nach eine reine Konsumentenge- 
nossenschast, er wird zur Erwerbsgenossenschaft, soweit er Güter zu 
Erwerbszwecken vermittelt. 
Konsumgenossenschaften entstanden zuerst Ende des 18. Jahr 
hunderts. Es hat natürlich schon viel früher die gemeinsame Be 
schaffung von Bedarfsgütern gegeben, doch trug sie nur den Charakter 
der Zufälligkeit, jedenfalls konnte von einer bestimmten Form 
und Organisation keine Rede sein. In der hauswirtschaftlichen 
und ebenso in der stadtwirtschaftlichen Epoche waren Konsumvereine 
überflüssig. In der ersten fielen Produktions- und Konsumtions- 
Wirtschaft zusammen; in der zweiten gingen die Produkte direkt vom 
Hersteller zum Verbraucher über. Es bestand keine Anarchie in der 
Produktion, wie sie in der späteren „W arenproduktio n" auf 
kam. Es gab nur „Kundenproduktivn", wie es Bücher aus 
drückt. Vor allen Dingen waren es die Zünfte, welche auf die Rege 
lung der Produktion bedacht waren. Die Zünfte waren im übrigen 
keine reinen Produzentenkartelle, sondern sie vertraten auch lange Zeit 
Konsumenteninteressen, vielfach allerdings nur, weil sie dazu ge 
zwungen wurden. Bezeichnend dafür sind besonders die Preistaxen. 
Späterhin aber wird das Produzenteninteresse immer mehr vor 
herrschend und ist schließlich allein maßgebend. Wie wenig heute die 
Parität in der Güterversorgung gewahrt bleibt, sehen wir am besten 
bei den Kartellen, die ohne jede Rücksichtnahme auf den Konsumenten 
die Preise einseitig festsetzen und bei dem geringen Widerstand, den 
sie in Konsumentenkreisen finden, vielfach auch aufrecht erhalten. 
Ein anderer Mißst'and in der Bedarfsgüterversorgung ist, daß die 
Zahl der Händler, speziell der Kleinhändler im Kolonialwarenhandel, 
ins Ungeheuerliche gestiegen ist. Der Liberalismus hatte allerdings 
angekündigt, daß die Durchführung des Prinzips der freien Kon 
kurrenz dem Konsumenten nur Vorteile, nicht auch Nachteile bringen 
könne. Im Kleinhandel, besonders in der Lebensmittelbranche be 
merken wir aber oft das gerade Gegenteil: Je mehr Konkurrenten, 
desto höhere Preise. Schär gibt dafür auf Grund seiner Unter 
suchungen folgendes interessante Beispiele) 
Fleisch. 
Stadt Einwohner Schlächterei- Einwohner auf Fleischpreise 
betriebe einen Betrieb (für dieselbe Qualität) 
117 000 85 1400 85 
160 000 193 770 95 
3 ) Schär, Allgemeine Handelsbetriebslehre I. Bd. 2. Ausl. S. 255. 
i "|i 77771 » > ..m //'! 
B. 
Z.
	        

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Neueste Zeit. Weidmann, 1907.
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