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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
M
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Mottenpapier 
286 
Musalina 
künstliche Öffnung einen Teil des M. und näht 
ihn in täuschender Weise wieder zusammen. 
Auch mit Spiritus ausgezogene Beutel kommen 
vor. Im allgemeinen deuten sehr pralle Aus 
füllung und unebenes Aussehen auf Verfäl 
schung. Ebenso sind Beutel, die sich sehr 
weich und feucht anfühlen oder stark ammo- 
niakalisch riechen, als verfälscht oder minder 
wertig zu betrachten. Beimischung von getrock 
netem Blut erkennt man an dem stinkenden Ge 
ruch, der sich beim Anfeuchten mit Wasser 
nach 'einiger Zeit entwickelt. Auch die Bestim 
mung der Asche, die Löslichkeitsverhältnisse 
und die mikroskopische Prüfung geben wichtige 
Anhaltspunkte für die Reinheit eines Moschus 
pulvers. — In der Parfümerie spielt der M. 
eine ziemlich große Rolle, wird aber kaum für 
sich allein verwandt, sondern in kleinen Mengen 
anderen Parfümen und Toiletteseifen zugesetzt, 
so daß der Moschusgeruch nicht gesondert 
hervortritt, sondern im Gesamtgeruch aufgeht. 
Medizinisch wurde er früher zur Anregung des 
Nervensystems, Beschleunigung des Pulses und 
Beförderung der Schweißabsonderung verordnet, 
ist aber jetzt im D. A. B. gestrichen. Im Hand 
verkauf wird häufig Moschuspulver als Riech 
mittel usw. verlangt. Für diesen Zweck hält man 
eine Mischung aus einem Teil M. und neun 
Teilen getrocknetem Hirschblut vorrätig. Die 
Moschustinktur (Tinctura moschi) wird außer 
in den Apotheken auch in größeren Mengen zu 
Parfümeriezwecken benutzt. — Die Moschus 
beutel bewahrt man wegen ihres starken Ge 
ruches am besten in trockenen Blasen ein 
gebunden auf, das Moschuspulver in dicht schlie 
ßenden Stöpselgläsern, die in einen Blechkasten 
gestellt werden. — Künstlicher Moschus ist 
die Handelsbezeichnung für das von Baut ent 
deckte Trinitrobutyltoluol, das einen starken Mo 
schusgeruch besitzt. Es wird durch Erhitzen 
eines Gemisches von Toluol und Butylchlorid 
mit Aluminiumchlorid und nachfolgendes Ko 
chen des entstandenen Butyltoluols mit Salpeter 
säure und rauchender Schwefelsäure dargestellt 
und bildet gelbliche, bei 96—97 0 schmelzende 
Nadeln. Das Präparat, das bisweilen mit 
Azetanilid gemischt in den Handel kommt, 
dient zu Parfümeriezwecken, vermag aber 
den echten M. für feinere Parfüms nicht 
zu ersetzen. Außer Trinitrobutyltoluol werden 
noch eine Reihe ähnlicher Produkte her 
gestellt, wie beispielsweise Trinitrobutylxylol, 
Trinitrobutyläthylbenzol, Dinitrobutylxylylzyamd, 
Dinitrobutylxylylaldehyd, Dinitroazetobutyltoluol, 
Dinitroazetobutylxylol u.a.m. Charakteristisch für 
alle diese Verbindungen ist die tertiäre Butyl- 
gruppe. Zeitweilig ist künstlicher M. auch 
durch Verreiben von Bernsteinöl mit rauchender 
Salpetersäure und nachfolgendes Waschen mit 
Pottasche hergestellt worden. 
Mottenpapier (Naphthalinpapier) ist mit 
einer Mischung von Naphthalin, Karbolsäure und 
Wachs getränktes Papier, das zur Abhaltung von 
Motten zwischen Kleidungsstücke und Wäsche 
gelegt wird. 
Muirazithin, ein von Noris Zahn & Co. in 
den Handel gebrachtes Mittel gegen sexuelle 
Nervosität, enthält als wirksame Bestandteile 
Lezithin und das Extrakt aus der Wurzelrinde 
von Liriosma ovata, einer in ihrer Heimat 
Brasilien „Muira puama“ genannten Olakazee. 
Das Extrakt, welches neben Gerbstoff, ätheri 
schem öl und Zucker ein Alkaloid enthält, wird 
mit Lezithin und Süßholzpulver zu Pillen ge 
formt. M. ist dem freien Verkehr entzogen und 
darf nach der Berliner Verordnung von 30. VI. 
1887 und der Entscheidung des Kammergerichts 
vom 29. X, 1908 nicht öffentlich angepriesen 
werden. 
Mundwässer (Zahnwässer, lat. Aqua denti- 
frica, frz. Eau dentifrice, engl. Tooth water) 
nennt man zur Reinigung und Pflege der Mund 
höhle und der Zähne bestimmte Flüssigkeiten, 
die meist aus alkalischen Lösungen von Des 
infektionsmitteln und Riechstoffen bestehen. Zu 
ihrer Herstellung verwendet man Katechu-, 
Myrrhen- und Ratanhiatinktur mit Borsäure, Sali 
zylsäure und Thymollösungen, die mit aroma 
tischen Stoffen und ätherischen Ölen versetzt 
sind. Von den zahlreichen Spezialitäten, deren 
Zusammensetzung Geheimnis der Fabrikanten 
ist, sind Odol, Kosmin u. a. in besonderen Auf 
sätzen besprochen. 
Mule-Twist (Mulegarn) ist das weichere, 
besonders als Einschuß dienende Baumwoll 
garn, das auf der Mulemaschine (Halb- oder 
Ganzselfaktor) fein gesponnen wurde (vgl.Baum 
wollgarn). 
MuH ist ein klarer, feiner, weißer und weicher 
Musselin zu Frauenkleidern, Kragen, Vorhemden 
u. dgl., der auch als Verband- und Bindenstoff 
Verwendung findet. Er stammt ursprünglich aus 
Ostindien, wird aber gegenwärtig in Europa 
vielfach erzeugt. Die bisweilen gleichfalls be 
nutzte Bezeichnung Moll (s. d.) kommt eigentlich 
einem feineren Molton zu. 
Muräne (Muraal), ein aalähnlicher Fisch, 
Gymnothorax muraena, der zuweilen bis 
6 kg und darüber schwer wird, lebt im Mittel 
ländischen Meere, vereinzelt auch im Atlanti 
schen Ozean. Die Grundfarbe des Vorderleibes 
ist lebhaft gelb, die des hinteren geht ins 
Bräunliche über, der Rücken zeigt braune Flek- 
ken, die durch dunklere Binden umschlossen 
und voneinander abgegrenzt werden. Das Fleisch 
gilt als höchst schmackhaft und wurde schon von 
den Alten hochgeschätzt. Lukullus soll seine 
M. mit Sklavenfleisch gefüttert haben. 
Murexid (purpursau res Ammoniak, Rouge 
de Naples). Dieser nach Murex, die Pur 
purschnecke, benannte Farbstoff hat eine 
Zeitlang das hohe Interesse der technischen und 
Modewelt erregt, ist aber jetzt durch die Anilin 
farben völlig verdrängt. Als Ausgangsmaterial 
zu seiner Herstellung dient die Harnsäure 
(s. d,), die am bequemsten aus Peruguano ab 
geschieden wird. Harnsäure liefert mit verdünn 
ter Salpetersäure Alloxan, dessen heiße Lösung 
mit kohlensaurem Ammoniak gefällt wird, ln 
den Handel kam der Farbstoff teils in Teig-, 
teils in Pulverform, oder als braune, grünschil 
lernde Kriställchen. Die mit M. auf Zeugen 
erzielten Farben sind zwar schön, aber sehr 
unbeständig. 
Musalina, ein zur Erzielung größerer Bindig 
keit der Wurstfüllung angepriesenes Mittel, be 
steht aus technisch reinem Eiweiß. Im Hinblick 
auf den unkontrollierbaren Ursprung derartiger
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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