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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Z
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Zündwaren 
506 
Zyperweine 
Oxydationsmittel, wie Braunstein, Salpeter, Men 
nige oder Bleisuperoxyd. Die hohe Giftigkeit der 
Phosphorzündhölzer und die mit ihrer Herstel 
lung verbundenen gesundheitlichen Gefahren 
haben schon frühzeitig Versuche zum Ersatz des 
Phosphors veranlaßt, die zur Erfindung der sog. 
Sicherheitszündhölzer führten. Obgleich eine 
deutsche Erfindung, gelangten diese doch erst 
zu Ansehen, als sie auf dem Umwege über 
Schweden, als sog. schwedische Z. zu uns 
kamen. Die Sicherheitszündhölzer enthalten keinen 
giftigen, (weißen) Phosphor. Ihr Zündkopf be 
steht vielmehr aus einem Gemenge von vorwie- 
.gend chlorsaurem Kalium und etwas Schwefel, 
Schwefelantimon, chromsaurem Kalium oder Men 
nige mit Bindemitteln (Dextrin usw.). Sie ent 
zünden sich nur an besonderem Reibflächen, die 
einen Überzug von Schwefelantimon, rotem (un 
giftigem) Phosphor und Gummi erhalten haben. 
Zur Verhinderung des lästigen Nachglimmeins 
werden die Holzdrähte meist mit phosphorsaurem 
Ammonium imprägniert. Da die außerordentlich 
bequeme Handhabung der Phosphorhölzer ihre 
Verdrängung verhinderte, ist im Hinblick auf 
die zahllosen Opfer der Phosphornekrose durch 
Reichsgesetz bestimmt worden, daß weißen Phos 
phor enthaltende Z. vom l. I. 1907 in Deutschland 
weder hergestellt, noch in Verkehr gebracht 
werden dürfen. Vom 1. I. 1908 an ist auch die 
Einfuhr aus dem Ausland verboten. Als Ersatz 
sind bereits jetzt verschiedene brauchbare Z. im 
Handel, die sich an jeder Reibfläche entzünden 
lassen und hauptsächlich eine ungiftige Form 
des Phosphors, den sog. hellroten Phosphor, oder 
auch Phosphortrisulfid oder Sulfophosphit ent 
halten. Hingegen haben sich die nach dem vom 
Reiche angekauften Schwienigschen'Verfahren 
hergestellten sog. Reichs-Z. mit bleisaurem Kal 
zium als unbrauchbar erwiesen. —- Bengalische Z., 
hergestellt durch Zusatz von Buntfeuermischung, 
in grün, rot usw., gelten als Feuerwerkskörper. 
Zündwaren. Hierzu gehören dem Zolltarif 
nach Zündpillen, Zündspiegel, Zündplättchen für 
Kinderpistolen, sog. Amorces, usw. Alle diese 
Waren werden aus einer Mischung von amor 
phem Phosphor mit Kaliumchlorat hergestellt. 
Die Entzündung geschieht durch Schlag, wobei 
eine knallende Explosion erfolgt (s. auch Spreng 
stoffe). 
Zwiebel (Bolle, Gartenlauch, H auszwie-I 
bei, Knofler, Zigeller, gemeine Z., lat. Bul 
bus cepae, frz. Oignon, engl. Onion), eine Unter 
art der sehr artenreichen Pflanzenfamilie Lauch, 
Allium Cepa L., bildet ein bekanntes Küchen 
gewürz, das von Gärtnern und Landwirten im 
Feldgemüsebau erzeugt und in den Handel ge 
bracht wird. In Deutschland baut man die Z. 
hauptsächlich in der Gegend von Heldrungen, 
Ariern, Zörbig, Lübbenau, Ulm, Arnstadt, Naum 
burg, Hannover, Darmstadt und in der Pfalz im 
großen und verkauft sie auf besonderen Zwiebel 
märkten. Am beliebtesten sind glattrunde, hell 
rote und gelbe Sorten, in verschiedenen Größen, 
bis zu 1,5 kg schwer. Die Vermehrung erfolgt 
durch Stecklinge und durch Samen, die auch für 
sich eine bedeutende Handelsware bilden, Von 
den mehr als 263 Arten, die in der alten Welt, 
im gemäßigten und warmen Klima, am meisten 
in Südeuropa, dem Orient und in Zentralasien bis 
Tibet gedeihen, werden folgende als Küchen 
gewürz benutzt. 1. Knoblauch, wild und an 
gebaut, A. sativum L. (lat. Bulbus allii, frz. 
Töte d’atil, engl. Garlic), walnußgroße Zwiebeln 
.von scharfem, dem der Asa foetida ähnlichem 
Geruch. Man verwendet K. außer als Küchen 
gewürz medizinisch als Wurmmittel. Die Haupt 
bestandteile sind ätherisches Öl und Schwefel 
allyl. Das ätherische öl wird auch in der Wurst 
fabrikation verwandt. 2. Porree, Aschlauch, 
Sommer- und Winterpflanze, A. Ampelopra- 
sum L., A. Porrum L., in vielen Spielarten in 
Europa, Nordfrankreich und im Orient allgemein 
angebaut. 3. Schnittlauch, A. Schoenopra- 
sum L., eine ausdauernde, in Europa, Mittel 
asien und Nordamerika wild wachsende, in Gär 
ten vielfach gezogene Pflanze, dient als Zwie 
bel- und Blattgewürz. 4. Schalotte (Eche- 
lotte, Scharlotte), A. ascalonicum L., P. 
ascalonicum Rchb., wird im Orient, der klei 
nen, sehr milden und feinen Zwiebelchen wegen 
angebaut. —• Die Z. enthält eigentümliche schwe 
felhaltige ätherische öle, die ihren scharfen Ge 
ruch und Geschmack bedingen. Verkauft werden 
sie zu Schnüren und Kränzen zusammengebunden 
sowie auch nach Schock und Hundert oder nach 
Hektolitern und Litern zu wechselnden Preisen. 
Zwiebelöl, das ätherische öl der gewöhn 
lichen Zwiebel, Allium Cepa, besitzt den schar 
fen Geruch der Zwiebeln und eine rotbraune 
Farbe. Das spez, Gew. beträgt 1,036. Aus 5000 kg 
Zwiebeln erhält man 233 g dieses nur selten dar 
gestellten Öles. 
Zyanin, ein neuer blauer Teerfarbstoff für die 
Färberei; vgl. Chinolinfarbstoffe. 
Zyanverbindungen (Cyanide. Zyanide), eine 
Reihe von Salzen, welche die aus Kohlenstoff 
und Stickstoff gebildete Zyangruppe (CN) ent 
halten und in ihrem chemischen Verhalten den 
Chlor-, Brom- und Jodverbindungen ganz analog 
sind, entstehen beim Glühen stickstoffhaltiger 
organischer Stoffe mit Kaliummetall, bei der 
Spaltung des Amygdalins (s. d.) mit Wasser und 
auf zahlreiche andere Weisen. Näheres vgl. 
Unter Kaliumzyanamid, Berlinerblau, Blausäure, 
Kalziumzyanid, Quecksilberzyanid. 
Zykasstämme, Zykaswedel. Die zu den 
Gymnospermen gehörende Pflanzenfamilie der 
Zykadeen ist durch ihre Zweige für den inlän 
dischen Handel von Bedeutung geworden. Die 
Zykadeen sind tropischer Herkunft und ähneln 
in ihrem Wuchs den Palmen, die Zweige mit 
ihren Blättern ähneln je nach der Art bald den 
Nadelhölzern, bald den Famen. Wegen ihrer 
Verwendung als Blumenschmuck und als Zier 
gewächse werden die Z. neuerdings vielfach in 
den Handelsgärtnereien gezogen. 
Zytnin, eine Art Dauerbefe, wird durch Ent 
wässerung von Hefe durch Behandlung mit Aze 
ton und Äther hergestellt und wie eine Reihe 
ähnlicher Mittel (Furunkulin) gegen Furunkeln, 
Verstopfung und Vaginalkatarrhe verordnet. 
Zyperweine, die Weine von der Insel Zypern, 
sind goldgelb, mäßig süß, feurig, von etwas 
herbem Geschmack und kräftigem Aroma. Da 
neben gibt es aber auch süße Muskatlikörweine. 
Die beste Sorte ist der Cypro commendaria 
und der Cypro Paphos. Sie dürfen nicht zu 
kalt lagern.
	        

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Zwei Bücher Zur Socialen Geschichte Englands. Duncker & Humblot, 1881.
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