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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Boldoblätter 
62 
Boraxweinstein 
Zeit haltbare, milchige Emulsionen. Von den im 
Kriege eingeführten ölfreien Ersatzmitteln kom 
men nach Marcusson hauptsächlich Sulfit 
lauge (s. d.), Leimlösungen und pflanzen 
schleimhaltige Flüssigkeiten in Betracht 
Die letzteren werden durch Äufkochen von 
Leinsamen, Salep oder Karragheen (s. d.) mit 
der 20 fachen Menge Wasser und Zusatz von 
Alkali oder Konservierungsmitteln hergestellt. 
Schließlich sind auch gewöhnliche, stark wasser 
haltige Seifen ohne Mineralöl als B.. angeboten 
worden. 
Boldoblätter (Boldu, lat. Folia boldo, frz. 
Feuilles de boldo, engl. Boldo-leaves), die ge 
trockneten, angenehm riechenden Blätter eines 
in Chile heimischen Baumes, der von den Bo 
tanikern verschieden benannt wird (Boldoa 
fragrans, Peumus Boldus Molina, Ruizia 
fragrans). Die ovalen, kurzstieligen, ganzrandi- 
gen, ziemlich dicken und lederartigen Blätter 
sind von blaßgrüner bis aschgrauer Farbe, mif 
zahlreichen Öldrüsen besetzt und von kampfer 
artigem Geschmack, enthalten außer ätherischem 
Öl ein Alkaloid, das B oldin, und werden gegen 
Gallensteine und Leberleiden verwandt. 
Bolus (Bol, Sphragit, frz. Bol, Terre bo- 
laire, engl. Bole). Man unterscheidet im Han 
del: weißen B. (lat. Bolus alba, frz. Bol blanc, 
engl. China Clay), einen weißen fetten Ton, 
roten B. (lat. Bolus rubra, frz. Bol rouge), 
einen eisenoxydhaltigen Ton, der als billige 
Anstrichfarbe benutzt wird, und den mehr rot 
braunen armenischen B. (lat. Bolus armena, 
frz. Bol d’armbnie), der früher als Arznei 
mittel diente und in Form kleiner Scheibchen 
mit dem Ursprungsstempel, daher auch Siegel 
erde (lat. Terra sigillata, frz. Terre sigillde) ge 
nannt, in den Handel gebracht wird. 
Bonbons (Zuckerplätzchen, frz. und engl. 
Bonbons), Erzeugnisse der Zuckerwarenindu 
strie, welche in folgende Gruppen eingeteilt 
werden: i. Karamellbonbons (Karamellen) 
bestehen im wesentlichen aus geschmolzenem, 
gefärbtem und parfümiertem Zucker und wer 
den in der Weise hergestellt, daß man den 
Zucker mit etwas Wasser und Stärkezucker 
kocht, dann auf Metallplatten ausgießt und mit 
Messern in Stücke schneidet. Zur besseren Zu 
rückhaltung des Aromas werden sie mit Zucker 
oder Stärkepaehl bepudert oder mit einer dün 
nen Zuckerlösung überzogen (kandiert). Unter 
arten sind der Gerstenzucker (gewöhnliche, 
geschmolzene, gefärbte Zuckermasse in Stan 
genform), Eibischzucker, Malzzucker (mit 
Zusätzen von Pflanzenextrakten), Rocks (mit 
Fruchtäthern und -säuren), gefüllte Karamellen 
(mit einem Kern von Marmelade oder Likör). 
2. Fondants entstehen aus bei niederer Tem 
peratur geschmolzenem Zucker, haben daher 
weichere Konsistenz und zergehen leichter auf 
der Zunge. 3. Pralinös, mit Schokolade über 
zogene Kerne von Zucker und Stärkesirup. 
4, Dragees, äußerlich gefärbte, mit Zucker 
überzogene Körnchen von Koriander, Mandeln. 
5, Morsellen, Pastillen. 
Bor, ein Element vom Atomgewicht B = 11, 
findet sich nicht frei in der Natur vor, kann 
aber durch Glühen von Borsäure mit Natrium 
oder Magnesium unter einer schützenden Koch 
salzdecke oder durch Elektrolyse von Borax 
als ein braunes, schwer schmelzbares, leicht 
oxydierbares Pulver abgeschieden werden. Beim 
Erhitzen dieses amorphen B. mit Aluminium 
auf Nickelschmelzhitze entsteht, neben großen 
dunklen Kristallen von Boraluminium, kristal 
lisiertes B., das nur wenig Kohlenstoff ent 
hält und wegen seiner Härte, Lichtbrechung 
und Widerstandsfähigkeit als Bordiamant be 
zeichnet wird. 
Boral, borweinsaures Aluminium, ein weißes, 
in Wasser lösliches Kristallpulver, welches durch 
Auflösen von Aluminiumborat in 10 Teilen Wein- 
säurelösung (1: 10) hergestellt wird und als 
Antiseptikum Anwendung findet. 
Borax (saures Natriumborat, Natrium- 
bi- oder -tetraborat, zweifach oder dop 
peltborsaures Natron, lat. Borax oder Na 
trium boracicum, frz. Borate de soude, engl. Bo 
rate of sodium), Na 2 B 4 0 7 , findet sich als sog. 
Tinkal fertig gebildet in Tibet, Indien, der Tar 
tarei, Zeylon und Südamerika sowie besonders 
in den Boraxseen Kaliforniens, von wo er als 
halbraffinierte Ware (konzentrierter B.) in 
Säcken und als raffinierter B. in Kisten ausge 
führt wird. Der Name venezianischer B. (B. 
veneta) stammt daher, daß der asiatische Tin 
kal früher in Venedig gereinigt wurde. Jetzt 
wird der meiste B. künstlich durch Erhitzern 
von Borsäure mit Sodalösung hergestellt, und 
zwar entweder als gewöhnlicher oder pris 
matischer B. in farblosen, durchsichtigen, nur 
oberflächlich verwitternden Kristallen des mo 
noklinen Systems mit 10 Molekülen (47,1 o/ 0 ) Kri 
stallwasser und als oktaedrischer B. (Rinden 
oder Juwelierborax) in harten, klingenden 
Platten aus fest zusammenhängenden oktaedri 
schen Kristallen .mit 5 Mol. (30,90/0) Wasser, 
die nicht verwittern und schwerer schmelzbar 
sind. Beide Arten lösen sich in Wasser mit 
alkalischer Reaktion, färben nach dem Ansäuern 
mit Salzsäure Kurkumapapier nach dem Trock 
nen braunrot und verleihen der Alkoholflamme 
eine grüne Färbung. Beim Schmelzen verlieren 
sie unter Aufblähen ihren Wassergehalt, so daß 
wasserfreier, kalzinierter oder gebrannter B. als 
eine leichte, glasartige Masse (Boraxglas) hinter 
bleibt. B. findet ausgedehnte technische An 
wendung, zur Herstellung von Glasuren, Emaille 
und einigen Glassorten, als Flußmittel bei der 
Reduktion von Metalloxyden, zum Löten, zu 
medizinischen Zwecken als Antiseptikum, zu 
Wäsche- und kosmetischen Mitteln und zur Ver 
tilgung von Ungeziefer. Zur Konservierung von 
Nahrungsmitteln darf B. nicht benutzt werden. 
Borax Weinstein (Borsäureweinstein, lös 
licher Weinsteinrahm, lat. Tartarus boraxa- 
tus, Tartarus solubilis, Kalium tartaricum bo- 
raxatum, frz. Tartrate borico potassique, engl- 
Borotartrate of potash and soda), ein amorphes 
weißes Pulver von stark saurer, Reaktion, wel 
ches durch Erwärmen von Boraxlösung mit 
Weinstein hergestellt wird. Da es zweifelhaft 
erscheint, ob B. eine chemische Verbindung 
oder ein Gemisch ist, läßt sich eine bestimmte 
Formel nicht aufstellen. B. findet in der Medi 
zin als Abführmittel und äußerlich gegen Haut 
ausschläge Anwendung und vereinigt die Wir 
kungen des Borax und Weinsteins.
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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