Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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es  z.  T.  mit  Rücksicht  darauf,  daß  ich  auf  das  vortreffliche  Buch  von
Heinrich  Kanfman  n,  Geschichte  des  konsumgenossenschaftlichen
Großeinkaufs  in  Deutschland,  verweisen  kann,  z.  T.  aber  auch,  weil
ich  in  dieser  ganzen  Darstellung  die  Einkaufszentralen  als  selbständige
Lieferanten  betrachte,  die  nur  insoweit  für  uns  von  Interesse  sind,
als  sie  diese  Funktion  ausüben.  Ich  werde  nicht  den  Einkauf  durch
die  Einkaufszentralen  schildern,  was  eine  detaillierte  Darstellung  dieser ­
  selbst  bedingen  würde,  sondern  nur  den  Einkauf  von  den  Großeinkaufsgesellschaften. ­

Wenn  man  einen  Vergleich  ziehen  will  zwischen  der  englischen
und  deutschen  Großeinkaufsgesellschaft,  so  ist  zu  berücksichtigen,  daß
in  Deutschland  erst  seit  1894  eine  auf  genossenschaftlicher  Grundlage
gut  organisierte  Großeinkaufsgesellschaft  besteht.  Außerdem  muß  man
Die  besonderen  Verhältnisse  in  Deutschland  —  siehe  nachstehende  Ausführungen ­
  —,  die  lange  Zeit  sehr  hemmend,  speziell  auch  auf  den
gemeinschaftlichen  Großeinkauf  wirkten,  hier  in  Betracht  ziehen.
Wie  in  anderen  Ländern,  so  bildeten  auch  in  Deutschland  lokale
und  regionale  Einkaufsvereinignngen  die  Borstufe  für  den  vollständig
zentralisierten  Großeinkauf.  Diese  Einkaufsvereinigungen  fanden  besonders ­
  Verbreitung  in  den  80er  Jahren,  als  die  erste  größere  Bewegung ­
  der  Erwerbsgeschäfte  gegen  die  Konsumgenossenschaften  sich
bemerkbar  machte.  Diese  Bewegung  bestand  vor  allen  Dingen  in  der
Boykottierung  der  Konsumvereinslieferanten.  Sie  wurde  von  den
Detaillisten  ziemlich  mit  Erfolg  durchgeführt.  Ein  Zusammenschluß
der  Konsumvereine  war  die  natürliche  Folge.  Doch  waren  diese  Einkaufsvereinigungen ­
  zu  lose,  als  daß  man  auf  ihnen  eine  gemeinsame
Einkaufszentrale  hätte  aufbauen  können.  Auch  fehlte  es  an  dem
notwendigen  Unternehmungsgeist,  bzw.  man  fühlte'  sich  noch  nicht
stark  genug,  ein  solches  Unternehmen  zu  gründen.  Man  erinnerte
sich  im  übrigen  der  schlechten  Erfahrungen,  die  der  Stuttgarter  Genossenschafter ­
  Dr.  Pfeiffer  Anfang  der  70er  Jahre  mit  der  von
ihm  1869  gegründeten  Mannheimer  Einkaufsgenossenschaft  süddeutscher ­
  Konsumvereine  gemacht  hatte.  Dieses  ursprünglich  genossenschaftliche ­
  Unternehmen  war  aus  Kapitalmangel  in  eine  Aktiengesellschaft ­
  übergegangen  und  hatte  schließlich  1875  in  Liquidation  treten
müssen.  Vor  allen  Dingen  aber  war  es  die  Politik  des  Allgemeinen
Verbandes,  die  eine  Konsumentenorganisation,  wie  sie  die  Einkaufszentrale ­
  darstellen  sollte,  zu  hindern  suchte.  Trotz  der  ablehnenden
Stellung  der  Verbandsleitung  wurde  aber  das  Problem  vielfach  erörtert ­
  und  der  dringende  Wunsch  nach  einer  Großeinkaufsgesellschaft
ausgesprochen.
            
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