Full text: Entwicklung der Reklame vom Altertum bis zur Gegenwart

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FLUGZEUGREKLAME 
Dauer des Fluges. In Frage kommen pro 
Flugzeug höchstens 4 bis 6 Schilder in einer 
ungefähren Größe von 25 X 35 cm. Durch 
die geringe Anzahl der Schilder ist eine gute 
Beachtung jedes einzelnen Schildes gefördert. 
Beliebt ist das Abwerfen von 
Reklamedrucksorten; das Abwerfen 
erfolgt ausschließlich durch Angestellte der 
Flugzeuggesellschaften; es muß in der 
Regel eine polizeiliche Genehmigung vor 
Antritt des Fluges vorliegen, da die auf 
jedem Flughafen stationierte Luftpolizei 
das Starten des Flugzeuges ohne die er- 
forderliche Erlaubnis verhindert. 
Die Flugzeug -Beleuchtungs - Re- 
klame besteht darin, über den nächtlichen 
Städten Flugzeuge mit Leuchtreklame 
fliegen zu lassen. In England kann man diese Flugzeug- 
beleuchtungsreklame oft beobachten. In Deutschland erregte 
z. B. das Odol-Flugzeug (vergl. Abb. 113) bei seinem ersten 
Erscheinen zur Leipziger Frühjahrsmesse 1923 über dem nächt- 
lichen Leipzig gewaltiges Aufsehen. Das Flugzeug selbst 
war von unten fast nicht zu sehen, man sah nur das fliegende 
Wort „ODOL“. Die einzelnen Buchstaben sind 1,20 m groß. 
Die Speisung der Glühlampen erfolgt von einer Akkumu- 
jatorenbatterie aus, welche im Passagiersitz des Flugzeuges 
untergebracht ist. 
Zum Zwecke der Himmelsschrift werden mit Hilfe 
eines chemischen Prozesses weiße Rauchwolken erzeugt, die 
durch das geschickte Fliegen eines schnellwendenden Flug- 
zeuges in der Spiegelschrift des gewünschten Wortes heraus- 
geblasen werden. Man sieht dann selbst bei starkem Wind 
mindestens 2 bis 3 Minuten das Wort in großen Lettern am 
Himmel stehen. Bei Windstille bleibt das Wort über eine halbe 
Stunde sichtbar. Das Ausblasen der weißen Rauchwolken 
geschieht in einer Höhe von 3000 bis 4000 m. Ein Buchstabe 
hat ca. ı km Länge. Anläßlich der Britischen Weltausstellung 
1924 wurde z. B. von der „Daily Mail‘ auf diese Weise wirk- 
same Reklame gemacht.
	        
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