Schutz der Textilindustrie. 513
das Angebot von Leinengarn zu steigern. Die englische
Leinenindustrie befand sich aber in Interessencollision mit
schottischen Fabrikanten, welche Leinengarn aufkauften um
88 mit Baumwolle vermischt zu verweben, und mit den Fabrikanten
von Leinenfaden. Dieser gesteigerten Nachfrage gegenüber
wurde künstliche Ermunterung der Flachsspinnerei verlangt.
!)
1773 *) befand sich die Leinenindustrie in arger Noth
und das Elend der Arbeiter war gross. Man kam auf kein
anderes Mittel zur Abhülfe, als verschärfte Beschränkung der
ausländischen, namentlich deutschen Concurrenz. Man ergriff
fortgesetzt allerlei künstliche Mittel zur Hebung der Leinenindustrie,
namentlich auch zur Beförderung des Flachsbaues,
doch jede gewährte Hülfe rief immer nur neue Wünsche hervor.
1781 liefen Petitionen um Geldunterstützung des Flachsbaues
und eine Gleichstellung der englischen und irischen
Leinenmanufactur in Bezug auf Zoll ein.®)
Am 1. Juli 1783 beschloss das Haus Rückzölle zu gewähren
für die in der Leinen- und Baumwollenindustrie gebrauchte
Seife, was auch geschah.*)
Trotz der Prämien auf inländischen Flachs (Gesetz vom
21. Georg III) hob sich aber der inländische Flachsbau nicht
wurde 1786 um neue Unterstützung gebeten.®)
Auch der Hanfbau bekam Unterstützung. 1787 beschloss
das Häus 6 Pf. St. Prämie auf jede Tonne Hanf und 20 Sch.
auf jeden Acre bisherigen wüsten Landes, das in Hanfland
umgewandelt werde.)
1795 wurde beschlossen, die gewährten Prämien für Hanfand
Flachsbau fortzusetzen.)
1) S. einen Report von 1738, abgedruckt im Appendix des erwähn-‚en
Reports von 1751.
?) Report on Linen Trade of Great Britain and Ireland 25. Mai 1773.
3) Journals Vol. 38. 24. April, 21. Mai 1781.
4) Journals Vol. 48. 26. März 17838, .
;) Journals Vol. 41. 13. April, 13. Juni 1786.
3) Journals Vol. 46. 8. April 1787.
7 Journals Vol. 50. 19. Mai, 8. Juni 1795.
Held, Soc, Gesch. Engl: