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Don der Geldseite her. l ) Man könnte zwar vielleicht gerade auf
Grund meiner Ertragstheorie sagen, daß doch die Erträge und
umlaufenden Kapitalien dem Staate nur zur Verfügung gestellt
werden, wenn er höhere Erträge verspricht, als sie bei anderer
Kapitalisierung der verfügbaren Gelder erzielt werden würden.
Aber erstens ist das unter den besonderen Verhältnissen des Krieges
in Deutschland zweifelhaft, die Erwerbswirtschaften legen ihr um
laufendes Kapital in Kriegsanleihen an, weil sie infolge Rohstoff
knappheit und Arbeitermangel augenblicklich keine günstigere An
lagegelegenheit haben (auch die Schaffung von Rücklagen für die
Kriegsgewinnsteuer spielt natürlich mit und diese wirkt also auch
insofern günstig). Zweitens aber, selbst wenn es der Fall wäre,
daß auch günstigere Anlagegelegenheiten hier und da möglich
wären (z. B. bei den Konsumwirtschaften, welche den Vorteil der
Kapitalisierung von Einkommensteilen mit dem der weiteren Aus
dehnung des Konsums vergleichen), so würde das doch keine Rolle
spielen, da es sich doch nur um die jährliche Zinsdifferenz handelte,
das Mehr an Erträgen, was bei der Anlage in Kriegsanleihe unter
Amständen herausspringt. Das wird auf die jeweiligen Preis
verhältnisse keinen nennenswerten Einfluß haben.
Wenn man also die Möglichkeit einer Kreditinflation erkennt,
so wäre es doch auf der anderen Seite viel zu weit gegangen, wenn
man nun glauben wollte, daß jede Kreditinanspruchnahme preis
steigernd wirken müsse. Gewiß kommt damit der Theorie nach
Kaufkraft in Lände, welche mit größeren Ertragserwartungen
(seien es Gelderträge, seien es individuelle Konsumerträge) auf den
Markt treten, aber von einer inflationistischen Wirkung der Kredit-
*) Das verkennt W. Federn in seinem schon genannten Aufsatz im
„Osterr. Volkswirt" vom 3. und 10. November, wenn er schreibt: „Für
die Preisentwicklung wäre es in hohem Maße gleichgültig gewesen, wenn
die Kriegskosten mit Banknoten oder mit Kriegsanleihen gedeckt worden
wären; es sind gewiß nur sehr kleine Teile der Bevölkerung, die ihren Ver
brauch eingeschränkt haben, um Kriegsanleihe zu zeichnen." Gewiß, aber
darauf konnnt es nicht an. And weiter: „Wir haben auch gegenüber den An
hängern der nominalistischen Lehre immer wieder betonen müssen, daß die
Wirkung der Kriegsanleihen aus die Preisbildung im wesentlichen dieselbe
sei wie der Ausgabe von unmittelbaren Zahlungsmitteln oder der Deckung
der Kriegskosten aus irgendeinem erdenklichen Kreditwege." Das scheint
mir unzutreffend, da es auf die Quelle des Kredits ankommt, zeigt aber,
welche Anklarheiten trotz aller Fortschritte noch immer über die wichtigsten
tauschwirtschaftlichen Zusammenhänge und Probleme bestehen. Es kann
hier nicht näher darauf eingegangen werden.