Full text: Nationale Bodenreform

Der Grundbesitz esse kraft seines Monopols mit der 
Industrie aus der selben Schüssel. Er nehme dem Ar- 
beiter den kaum erworbenen Bissen Brot zur Hälfte 
wieder weg, aber er könne allerdings diese Vorteile nicht 
erhalten, wenn nicht in den natürlichen Lohnverhält- 
nissen eine steigende Tendenz sei (S. 821): 
„Millionen werden gewonnen, ohne daß ein Strohhalm 
produziert würde: man teilt sich in den Ertrag 
der Steuer, welche man von der Arbeit der 
Sta d tb e w o h n e r (indirekt auch von derjenigen des Lan- 
des) in Zukunft zu erheben gedenkt." (S. 331.) 
Lange hat in seinem Buche verlangt, daß die Men- 
schen sich ohne Unterschied des Besitzes als Glieder einer 
großen Familie betrachten sollten, die durch die Bande 
der Liebe, der wechselseitigen Förderung ihres Wohls 
und durch geheiligte Pflichten mit einander verbunden 
sind (S. 345). Er ist gegen die deutsche Genossenschaft- 
bewegung und gegen das Unternehmertum zuweilen un- 
gerecht gewesen. Es soll ihm aber unvergessen bleiben, 
daß er der erste gewesen ist, der eine k o nst it ut i o- 
nelle Form der Fabriken verlangt und diese sogar in 
bemerkenswerter Voraussicht der Folgen einer Soziali- 
sierung der republikanischen vorgezogen hat (S. 370-380). 
Er hat am Schlusse seines Buches eine Reform des Erb- 
rechts, die Parzellierung des Großgrundbesitzes und un- 
ter Umständen, namentlich in den Städten wo die 
Prioritätrente wuchere, die Aufhebung des privaten 
Grundeigentums inbetracht genommen (Seite 382). Er 
wollte aber das private Grundeigentum nur da be- 
seitigen, wo es zu einem bloßem Mittel werde, Tri- 
but von fremder Arbeit zu erheben. Ein Gesetz über 
Enteignung des städtischen Grundbesitzes oder über Ent- 
eignung der Grundstücke innerhalb eines bisher noch 
nicht bebauten Gürtels um die Stadt, wollte er lieber 
heute als morgen entstehen sehen (S. 4083). Sein Name 
1 A
	        
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