fullscreen : Aperçu des moyens directs et indirects mis dans les divers pays à la disposition des acheteurs étrangers pour s'assurer de la qualité des marchandises dont ils deviennent acquéreurs dans ces pays

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Forschungs-  Institute
für  den  industriellen  Mittelstand

D er  wachsende  Einfluss  der  wissenschaftlichen ­
  Forschungsarbeit  auf  die  Industrie,
der  insbesondere  in  Deutschland  einen  so
grossen  Anteil  an  der  glänzenden  Entwicklung
der  Grossindustrie  gehabt  hat,  wird  sicher  in
Zukunft  zu  einer  weiteren  Ausdehnung  in  Bezug
auf  die  Einrichtung  von  Forschungsinstituten
auf  breitester  Grundlage  führen.
Die  Arbeitsstätten  für  die  wissenschaftliche
Fortentwicklung  liegen  heute  in  den  Laboratorien
und  Versuchsabteilungen  der  Orossindustrie  oder
in  den  staatlichen  Forschungsinstituten  an  Universitäten ­
  und  Hochschulen,  bezw.  in  den  selbstständigen ­
  Versuchs-  und  Prüfungsinstituten  des
Staates  oder  Reiches.
Die  Zeit,  in  der  jeder  Einzelne  Erfindungsgedanken ­
  ausarbeiten  und  an  Modellen  und  Präparaten ­
  prüfen  konnte,  ist  zum  guten  Teil  vorüber, ­
  da  die  Technik  inzwischen  einen  so  hohen
Stand  ihrer  Entwicklung  erreicht  hat,  dass  weitere
Fortschrittsarbeiten  Mittel  erfordern,  die  die  Einzelnen ­
  nur  in  Ausnahmefällen  noch  besitzen  oder
sich  beschaffen  können.  Höchste  wissenschaftliche ­
  Vorbildung  und  beste  Versuchseinrichtungen
sind  notwendig,  um  das  Erreichte  noch  weiter
verbessern  zu  können.
Dieser  Zustand  führt  dahin,  dass  neben  den
wirtschaftlichen  Monopolen  auch  die  Fortschrittsarbeit ­
  monopolisiert  und  nur  wenigen  Bevorzugten ­
  möglich  wird,  die  sich  den  Weg  zu  den
Quellen  erschliessen  können,  wozu  in  erster  Linie
Beziehungen  gehören.
Es  gibt  allerdings  Vereinigungen,  wie  der  Verein
deutscher  Ingenieure,  der  für  wissenschaftliche
Forschungsarbeiten  Mittel  bezw.  Beihilfen  zur
Verfügung  stellt,  doch  handelt  es  sich  hier  vorwiegend ­
  um  grundlegendeForschungsarbeiten.  In
der  Industrie  gibt  es  aber  Tausende  und  Tausende
von  Fällen,  die  einer  wissenschaftlichen  Bearbeitung ­
  harren,  die  aber  zufolge  der  mit  ihr  verbundenen ­
  Kosten  und  mangels  Zeit  und  wissenschaftlicher ­
  Bearbeiter  unterbleibt,  die  aber  doch,
wenn  sie  durchgeführt  würde,  vielen  Sondergebieten ­
  mächtige  Entwicklung  bringen  könnte.
Ein  praktisches  Beispiel.  Seit  etwa  15  Jahren
wird  in  der  Zerkleinerungsindustrie  eine  bestimmte
Sonderkonstruktion  gebaut,  die  durch  ihre  tatsächlichen ­
  Vorteile  gegenüber  den  bislang  bekannt
gewesenen  Maschinen  sich  glänzend  eingeführt
hat.  Der  Erfolg  hat  natürlich  Wettbewerber  veranlasst, ­
  gleichfalls  eine  so  absatzfähige  Maschine
zu  bauen,  indem  Konstrukteure  der  ersten  Firma
angenommen  wurden.  So  sind  viele  Tausende
Maschinen  dieser  Gattung  in  Betrieb  gekommen.
Die  Zahl  der  Patente,  die  Verbesserungen  erstreben, ­
  ist  erheblich  gewachsen  und  doch  ist  die

Maschine  als  solche  selbst  für  die  Erbauer  eine
terra  incognita  geblieben.  Man  hat  die  Möglichkeit, ­
  jederzeit  mit  dieser  Maschine  feststellen  zu
können,  ob  sie  dieses  oder  jenes  Material  mahlt,
ob  die  verlangte  Beschaffenheit  eines  Mahlproduktes ­
  erreichbar  ist  oder  nicht  und  welche  Grösse
gewählt  werden  muss,  um  die  erforderliche  stündliche ­
  Leistung  zu  erzielen,  und  damit  lässt  man
es  genug  sein.  In  welchem  Verhältnis  aber  die
Elemente  zu  einander  stehen,  die  die  Mahlleistung
ergeben,  wie  die  Nebenerscheinungen  beeinflusst
werden,  darüber  haben  die  Erbauer  keine  positiven ­
  Kenntnisse.  Um  sie  zu  erlangen  und  die
Vorteile  aus  den  Feststellungen  ziehen  zu  können,
ist  die  Vornahme  von  streng  wissenschaftlichen ­
  Prüfungen  unerlässlich,  um  den  Einfluss
jeden  einzelnen  Faktors,  der  bei  dem  Arbeitsvorgang ­
  mitwirkt,  genau  kennen  zu  lernen.  Die  Durchführung ­
  solcher  Prüfung  erfordert  aber  einen  mit
derartigen  Arbeiten  vertrauten,  wissenschaftlich
gebildeten  Ingenieur,  gute  Versuchsanlagen  mit
allen  erforderlichen  Messeinrichtungen  und  Zeit.
Sie  fehlen  aber  im  mittleren  Betrieb,  eine  Ausgabe ­
  von  10  —  20  000  Mk.  für  die  Durchführung
solcher  wissenschaftlichen  Arbeit  ist  ein  Betrag,
der  im  mittleren  Betriebe  schon  eine  erhebliche
Rolle  spielt  und  der  Direktor,  der  laufend  seine
Dividende  herauswirtschaften  muss,  lehnt  solche
Arbeiten  ab.  Nun  gibt  es  ja  wissenschaftlich  geschulte ­
  Ingenieure,  die  Privatvermögen  besitzen,
und  auf  eigene  Kosten  derartige  Versuche  an
einer  Technischen  Hochschule  oder  auch  bei  dem
Fabrikanten  durchführen  können  und  auf  Grund
dieser  wissenschaftlichen  Forschungsarbeiten  die
Ehrung  eines  Doktors  der  technischen  Wissenschaften ­
  erlangen  können.
Wie  steht  es  aber  mit  den  befähigten  Ingenieuren, ­
  die  die  erforderlichen  Mittel,  solche  Versuche ­
  durchzuführen,  nicht  selbst  haben  ?  Ausserdem ­
  werden  sich  bei  solchen  Arbeiten  meistens
neue  Wege  erschliessen,  die  zu  erheblichen  Verbesserungen ­
  führen,  patentfähig  sind  und  als  verkäufliche ­
  Schutzrechte  dem  Besitzer  die  Möglichkeit ­
  bieten,  auch  für  seine  finanziellen  Opfer  entsprechende ­
  Gelderträgnisse  zu  erhalten.
Diese  Frage  hat  eine  hohe  grundsätzliche  Bedeutung, ­
  sie  ist  eng  verbunden  mit  der  Frage  der
Bedeutung  und  des  Ueberganges  zum  Grossbetrieb. ­
  Die  Versuchsabteilung  ist  heute  noch  bei
weitemnicht  eine  Einrichtung  jedes  Grossbetriebes.
Es  stehen  dem  Grossbetriebe  aber  die  Mittel  zur
Verfügung,  Versuchsabteilungen  einzurichten  und
Versuche  vorzunehmen,  wenngleich  es  ja  im
Orossbetriebe  häufig  heisst,  nur  keine  Ausgaben
die  nicht  unbedingt  gegenwärtig  erforderlich  sind.
Im  Grossbetrieb  stellen  sich  aber  andere  Hem-
            
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