Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Brücken  des  Altertums.

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den  Tajo.  Die  erstere  Brücke  wurde  aus  Anlaß  der  dacischen  Kriege  im  Jahre  104  n.  Chr.
von  dem  Baumeister  Apollodorus  von  Damaskus,  dem  Schöpfer  der  Trajanssäule  und
des  àura  Trajani  in  Rom,  erbaut.  Die  Brücke  besaß  eine  Spannweite  von  36  in,
jedoch  ist  bis  heute  die  Frage  unentschieden  geblieben,  ob  der  Oberbau  aus  Holz  oder
Stein  bestand.  Nach  der  auf  der  Trajanssäule  befindlichen  Abbildung  scheint  der  Bau
ans  gewaltigen  hölzernen  Sprengwerken  errichtet  gewesen  zu  sein.  Die  Brücke  von
Alcantara  ist  als  eines  der  imposantesten  Werke  der  Römer  zu  bezeichnen.  Dieses
Werk  wurde  von  dem  Baumeister  Julius  Lacer  errichtet.  Die  Höhe  der  Brückenbahn ­
  über  der  Sohle  des  Tajo  beträgt  54  m.  Von  den  sonstigen  überaus  zahlreichen
Römerbrücken  seien  noch  genannt:  Die  Brücken  über  den  Teverone,  zu  Rimini,  zu
Salamanca,  zu  Albaregas,  in  Pergamum,  bei  Kiakhta.  Die  mächtigen  Überreste  dieses
letzteren  Werkes  üben  eine  besonders  imposante  Wirkung  aus.  Sie  liegen,  wie  zahlreiche
andere  bedeutende  Bauwerke  früherer  Zeiten  in  einer  Gegend,  die  tief  in  der  Kultur
gesunken  ist.

ggg.  Ultr  MirstrskrtirLckr  in  Erirador.

Die  Römer  bauten  mit  Vorliebe  steinerne  Brücken  und  benutzten  hierbei  vorzugsweise
den  Halbkreisbogen,  bei  welchem  der  Schub,  den  das  Gewölbe  auf  seine  Unterstützung,
die  sogenannten  Widerlager,  ausübt,  nicht  so  mächtig  ist  als  bei  dem  Segmentbogen
(Abb.  391  u.  392).  Es  kam  hinzu,  daß  die  Einwölbung  bei  der  ersten  Form  leichter  ausführbar ­
  ist.  Der  Halbkreisbogen  hatte  jedoch  den  Nachteil,  daß  die  Brückenfahrbahn  nicht
selten  sehr  hoch  über  dem  Wasser  lag  und  mühsam  auf  einer  steil  ansteigenden  Rampe
erstiegen  werden  mußte.  Der  Vorzug  steinerner  Brücken  beruht  auf  ihrer  Dauerhaftigkeit
und  den  verhältnismäßig  nur  niedrigen  Unterhaltungskosten,  welche  sie  erfordern.  Die
Hauptbezeichnungen  einer  steinernen  Brücke  sind  die  folgenden.  Den  Hauptteil  bezeichnet
nran  mit  Gewölbe.  Dasselbe  besteht  gleichsam  aus  einzelnen  Keilen,  die  sich  aneinander
t^gen  und  gegen  die  Widerlager  stützen.  Die  Widerlager  müssen  so  stark  hergestellt
werden,  daß  sie  dem  Schub,  welchen  das  Gewölbe  ausübt  und  der  mit  größerer  Belastung
stärker  wird,  zu  widerstehen  vermögen,  d.  h.  weder  umgekippt  noch  fortgeschoben  werden.
Die  Stelle,  an  welcher  das  Gewölbe  an  das  Widerlager  stößt,  nennt  man  den  Kämpfer.
Die  untere  Fläche  des  Gewölbes  heißt  Leibung.  Um  ein  Gewölbe  herstellen  zu  können,
tst  es  notwendig,  die  einzelnen  Bogensteiue  in  ihrer  Lage  zu  unterstützen.  Diese  Aufgabe
tost  das  Lehrgerüst.  Ist  der  Mörtel,  welcher  die  Steine  untereinander  verbindet,  erhärtet,
            
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