der Leitung des Meisters Bölling untergebracht, und auf dem
dritten Stockwerk befand sich außer einer Abteilung der Werk
setzerei ein Papierlager; ein viertes Stockwerk enthielt endlich
das Bücherlager.
Als Faktor war damals Gottlieb Münze tätig, unter
dem für die Zeitung die Metteure Jakob Gerard und Georg
Müller nebst sechs Setzern, für den Werk- und Akzidenzsatz
acht Setzer, darunter Jakob Halter, und zwei Lehrlinge arbeiteten.
Die erfreuliche Entwicklung der Kölnischen Blätter und der
Verlagsbuchhandlung, die die Anforderungen an die Leistungs
fähigkeit der Buchdruckerei erhöhten, machten deren weitere
Ausdehnung notwendig. Deshalb kaufte Josef Bachem im Jahre
1868 das Nachbargrundstück Marzellenstraße 24 an, das bei 8 m
Breite eine gleiche Tiefe aufwies. Im nächsten Jahre entstand
auf dem Grundstück ein Gebäude, das im Erdgeschoß den Ver
sendungsraum für die Zeitung, in den vier Obergeschossen
Setzereisäle, Trockenräume für die gedruckten Bogen der Verlags
werke und Lagerräume darbot.
Die Raumgewinnung ermöglichte die dringend notwendig ge
wordene Aufstellung einer König und Bauerschen Doppel -
Schnellpresse für den Zeitungsbetrieb noch im Jahre 1871.
In den beiden nächsten folgten weitere zwei Schnellpressen aus
der Maschinenfabrik Johannisberg für die Herstellung von Akzidenz
arbeiten. Eine dieser Maschinen ist noch in Betrieb. Die An
schaffung einer sechspferdigen Dampflokomobile war nunmehr
eine Notwendigkeit geworden.
Der mächtige wirtschaftliche Aufschwung in dem neu errich
teten Deutschen Reiche und die kraftvolle Entwicklung der
rheinisch-westfälischen Industrie blieb nicht ohne befruchtende
Einwirkung sowohl auf das Buchdruckereigewerbe wie auf die
Zeitungsbetriebe. Die Auflage der Kölnischen Volkszeitung war
anfangs der 1870er Jahre auf 8000 gestiegen; die Bogenzahl
mußte vermehrt werden, und 1874 war der Zeitpunkt gekommen,
wo die Druckerei-Einrichtung den Anforderungen der Zeitung nicht
mehr genügte. Josef Bachem entschloß sich daher zur Aufstellung
einer sog. vierfachen Schnellpresse, die für 20775 M. aus
der Maschinenfabrik C. Hummel in Berlin bezogen wurde und
eine Bedienung von vier Einlegern beanspruchte; sie lieferte in
der Stunde 4000—4200 fertige Zeitungen, d. h. wenn alles klappte,
was meistens nicht der Fall war. Die Maschine erwies sich als