Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Schiffbau.

Decks,  so  nennt  man  sie  Zwei-  bezw.  Dreideckschiffe.  Wird  das  Oberdeck  mit  einem  leichten
Aufbau  über  die  ganze  Schiffslänge  versehen,  so  entsteht  das  Hurricane-  oder  Awningdeckschiff
  sowie  das  Spardeckschiff.  Das  Quarterdeck  verdankt  seine  Entstehung  dem  Umstande, ­
  daß  durch  die  Wohnräume  sowie  den  Wellentunnel  der  Hintere  Laderaum  im  Verhältnis ­
  zum  vorderen  zu  klein  wurde.  Man  fügte  daher  zur  Unterbringung  der  Besatzung
mittschiffs  ein  Brückendeck  und  vorn  eine  Back  hinzu,  und  so  entstand  für  Dampfer
mittlerer  Größe  ein  sehr  brauchbarer  Typ  mit  Bezug  auf  die  Ladefähigkeit  des  Schiffes.
Mit  Bezug  auf  die  Verbandstärke  zeigten  diese  Schiffe  jedoch  erhebliche  Mängel,  ebenso
erwies  sich  die  zwischen  Back  und  Brückendeck  befindliche  Einsenkung  bei  Übernahme  von
Seen  als  sehr  gefährlich.  Wird  das  Hinterschiff  um  eine  volle  Deckshöhe  höher  gebaut,
wie  das  Oberdeck,  so  nennt  man  diesen  Aufbau  Poop  oder  Kampagne.
Ist  der  Schiffsrumpf  mit  seinen  bisher  besprochenen  Verbandteilen  auf  der  Helling
zusammengebaut  und  vernietet  und  sind  alle  auf  Wasserdichtigkeit  gearbeiteten  Bauteile
sorgfältig  verstemmt,  so  kann  das  Schiff  seinem  Element  übergeben  werden,  d.  h.  es

kann  der  Ablauf  vorbereitet
werden.  Während  der  Stapellauf ­
  der  Holzschiffe  bei  dem
verhältnismäßig  geringen  Gewicht ­
  des  Schiffskörpers  mit
ziemlich  primitiven  Mitteln  erfolgen ­
  konnte,  hat  sich  das
Ablaufsgewicht  für  die  stählernen ­
  Schiffe,  im  besonderen ­
  für  die  transatlantischen
Schnelldampfer  und  Panzerschiffe ­
  im  Laufe  der  Zeit  derart ­
  gesteigert  —  die  „Oceanic"
besaß  ein  Ablaufsgewicht  von
10  700  Tonnen  ■—  daß  kostspielige ­
  und  wohldurchdachte
Einrichtungen  getroffen  wer-Der

  Stapellanf  größerer
Schiffe  erfolgt  meist  auf  zwei

Ablaufsbahnen,  welche  parallel  zum  Kiel  des  Schiffes  in  einer  Entfernung  von  3—4  m
von  demselben  auf  der  Helling  verlegt  werden.  Auf  diesen  Bahnen,  welche  am  Tage
vor  dem  Ablauf  mit  Seife  und  Talg  geschmiert  werden,  wird  je  ein  ans  starken  Balken
zusammengebauter  Läufer  gelagert,  welcher  der  Höhe  nach  aus  zwei  Teilen  besteht.  Die
obere  Hälfte  wird  am  Morgen  des  Ablaufs  durch  Keile  gleichmäßig  derart  unter  dem
Boden  des  Schiffes  aufgctrieben,  daß  das  Schiff  sich  von  den  Kielstapeln  abhebt  und
allein  auf  den  beiden  Läufern  zu  ruhen  kommt.  Die  Läufer  sind  miteinander  durch
Taue,  Ketten  oder  Bandeisen  stark  verbunden  und  bilden  zusammen  den  sogenannten
Ablaufsschlitten,  welcher  durch  Taue  oder  Stahltrossen  derart  mit  dem  Schiffsrumpf  verbunden ­
  ist,  daß  er  sich  mit  demselben  ins  Wasser  bewegen  muß.  Da  nun  nach  dem
Aufkeilen  des  Schlittens  die  Gefahr  besteht,  daß  das  Schiff  mit  dem  Schlitten  frühzeitig
ins  Wasser  gleitet,  so  müssen  besondere  Vorkehrungen  getroffen  werden,  um  den  Schlitten
auf  der  geneigten  Bahn  festzuhalten  und  ihn  im  gegebenen  Zeitpunkt,  d.  h.  nach  Vollziehung ­
  der  Taufe,  freizugeben.  Früher  verwendete  man  hierzu  sogenannte  Wippen,
hölzerne  Streben,  welche  die  Läufer  gegen  den  Boden  der  Helling  abstützten  und  im
gegebenen  Moment  weggeschlagen  wurden.  Neuerdings  kuppelt  man  die  Läufer  an
eine  am  Kopf  der  Helling  quer  gelagerte  Daumenwelle,  welche  durch  Festhalten  eines
auf  derselben  aufgekeilten  Armes  gegen  Drehung  gesichert  ist.  Wird  der  Arm  frei  ge-
            
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