Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

714  Schiffbau.

788.  Schranbenverschlutz  von  Armstrongs  20,3-cin  Kchnrstfrnrrkanonr  in  Wirgrlafrtte.
Rach  „Engineering".
Je  nach  der  Zahl  und  Länge  der  Ringe,  welche  auf  das  Kernrohr  aufgezogen
werden,  unterscheidet  man  verschiedene  Arten  der  künstlichen  Metallkonstruktion.  So  bestehen ­
  die  Kruppschen  Ringrohre  aus  einem  stählernen  Kernrohr  von  verhältnismäßig
großer  Wandstärke,  welches  im  Hinteren  Teil  den  Verschluß  aufnimmt  und  davor  durch
eine  oder  mehrere  Lagen  Ringe  verstärkt  ist.  Bei  den  Kruppschen  Mantelrohren  reicht
das  Kernrohr  von  der  Mündung  des  Geschützes  nur  bis  zum  Kcilloch  des  Verschlusses
und  wird  im  Hinteren  Teil  oder  in  seiner  ganzen  Länge  durch  ein  Mantelrohr,  welches
den  Verschluß  aufnimmt,  verstärkt.  Wird  der  Mantel  im  Hinteren  Teil  noch  durch  Ringe
verstärkt,  so  entsteht  das  Mantelringrohr.  Abb.  732  zeigt  die  Bauweise  einer  modernen
15  Lin-Schnellfeuerkanone  von  Armstrong.  Canet  in  Frankreich  baut  die  schweren
Geschützrohre  aus  einem  Kernrohr  von  verhältnismäßig  großer  Wandstärke,  welches
durch  zwei  Mantelrohre  über  die  ganze  Länge  verstärkt  tvird.  Die  Mantelrohre  werden
durch  den  Schildzapfcnring  verbunden  und  mit  mehreren  Ringlagen  umgeben.  Alle
Teile  werden  genau  cylindrisch  bearbeitet,  um  beim  Aufziehen  gleichmäßig  beansprucht
zu  werden.

möglichst  gleichmäßig  verteilt  wird.  Dieser  Grundsatz,  die  Widerstandsfähigkeit  eines
Rohres  durch  Vermehren  der  Ringlagen  zu  steigern,  brachte  zuerst  Longridge  auf  den
Gedanken,  das  Kernrohr  mit  dünnem  Bandstahl,  welcher  in  bestimmter  Spannung  gehalten ­
  wurde,  zu  umwickeln  und  so  gewissermaßen  eine  zahlreiche  Beringung  von  dünner
Wandstärke  herzustellen.  Dieses  Konstruktionsprinzip  ist  neuerdings  durch  Woodbridge
in  Amerika,  Schultz  in  Frankreich  und  Armstrong  in  England  wieder  aufgenommen
und  hat  zum  Bau  einer  großen  Zahl  von  Hinterladegeschützen  geführt.  Es  ergibt  sich
jedoch  auch  hier  eine  Grenze,  da  sonst  der  Druck  auf  die  innere  Lage  des  Kernrohres
so  groß  ausfallen  kann,  daß  dieselbe  in  der  Ruhelage,  d.  h.  im  ungeladenen  Zustande
des  Rohres,  zerdrückt  werden  kann.
            
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