Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Deutscher  Gastwirts-Verband  (E.  V.)  Berlin.

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UNTERSTÜTZUNGSKASSE  FÜR  IN  NOT  GERATENE  VERBANDSMITGLIEDER.
Mit  einem  Anfangsvermögen  von  67  000  M.  wurde  im  Jahre  1903  eine  Unterstützungskasse ­
  für  in  Not  geratene  Verbandsmitglieder  ins  Leben  gerufen.  Diese  Kasse  verfügt  über
370000  M.  Vermögen  und  zahlt  jährlich  Beihilfen  an  verarmte,  unschuldig  in  Not  geratene
und  erkrankte  Mitglieder  von  mehr  denn  8000  M.
STERBEUNTERSTÜTZUNGSKASSE.  Außerdem  hat  der  Verband  im  Jahre  1900
noch  eine  Sterbeunterstützungskasse  eingerichtet,  welche  über  Reserven  von  125  000  M.
verfügt  und  seit  ihrem  Bestehen  in  3004  Sterbefällen  380  700  M.  Sterbebeihilfen  zur  Auszahlung ­
  brachte.
Rechnet  man  zu  diesen  Wohlfahrtseinrichtungen  hinzu,  daß  die  Verbandskasse  an  sich
auch  noch  über  ein  Vermögen  verfügt  von  über  200  000  M.,  so  ergibt  sich,  daß  der  Deutsche
Gastwirtsverband  in  den  verflossenen  40  Jahren  1  Million  Mark  Ersparnisse  anlegen  und
hiervon  über  800000  M.  zu  Wohltätigkeitszwecken  festlegen  konnte,  die  auf  Grund  der  nachgewiesenen ­
  Ausgaben  einen  reichen  Segen  aus  der  ursprünglichen  Absicht  mit  sich  brachten.
PRÜFUNGSAUSSCHUSS.  Zur  Prüfung  von  Erzeugnissen,  welche  für  das  Gastwirtsgewerbe ­
  von  Interesse  sind,  mit  Ausnahme  von  Nahrungs-  und  Genußmitteln,  hat  der  Verband ­
  einen  besonderen  Prüfungsausschuß  eingesetzt,  dessen  Wirksamkeit  von  bedeutendem
Erfolge  begleitet  war.
FACHFORTBILDUNGSSCHULEN.  Unter  den  höherstrebenden  Zielen  des  Standes
gilt  aber  nicht  allein  die  Hebung  des  Standes,  sondern  ganz  besonders  auch  die  Hebung
der  Träger  desselben.  Zur  Erfüllung  dieser  Aufgabe  ist  die  erzieherische  Einwirkung
auf  die  Ausbildung  der  heranwachsenden  Lehrlinge  und  Gehilfen  als  das  Notwendigste
erkannt  und  auch  von  höchster  sozialreformatorischer  Bedeutung.  Fachfortbildungsschulen
sind  von  unseren  Vereinen  in  42  Orten  eingerichtet  worden.  Der  Segen  dieser  Bestrebung
hat  uns  die  Unterstützung  der  Staatsbehörden  eingetragen,  so  daß  wir  emsig  um  den  weiteren
Ausbau  derselben  bemüht  sind.
VERBANDSLEHRBRIEFE.  Guten  Lehrlingen  unseres  Standes  wird  durch  die  Ausstellung ­
  von  Verbandslehrbriefen  das  Fortkommen  erleichtert.  10  290  Lehrlinge  konnten
mit  solcher  Bescheinigung  einer  tüchtigen  Lehre  und  sach-  und  fachgemäßen  Ausbildung
ins  Leben  hinaustreten.
KOCHKUNST-  UND  FACHAUSSTELLUNGEN.  Um  der  Mitwelt  aber  auch  die  Beweise
von  den  Bestrebungen,  immer  Tüchtigeres  im  Gewerbe  zu  leisten,  zu  geben,  veranstaltet
der  Verband  von  Zeit  zu  Zeit  Kochkunst-  und  Fachausstellungen,  welche  sich  im  Laufe
der  Zeit  der  Allerhöchsten  Protektionen  sogar  erfreuen  durften,  und  welche  dann  auch  materielle ­
  Erfolge  für  die  Wohlfahrtsbestrebungen  im  Verbände  zu  verzeichnen  hatten.
Aber  nicht  nur  für  sich  und  seine  Mitglieder  hat  der  Verband  sich  in  fürsorglicher
Weise  betätigt,  sondern  auch  an  anderen  Stellen,  wie  z.  B.  bei  der  Cholera  in  Hamburg,
beim  Brande  der  Stadt  Aalesund  und  für  die  Hinterbliebenen  der  im  Hereroaufstande  Gefallenen ­
  und  außerdem  noch  bei  den  Überschwemmungen  in  den  verschiedenen  Teilen
unseres  deutschen  Vaterlandes.
            
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