Object : Nationalökonomie (Teil 1)

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Intellektuelle
Eigenschaften.


körperliche Wohl, während man in England und noch besser in der
Schweiz das Vorbild hat, wie sich Beides vereinigen läßt, den Körper
und den Geist methodisch zu bilden, ohne geringere Anforderungen an
geistige Leistungen zu machen als hier, Dies betrifft ebenso das weibliche
 wie das männliche Geschlecht. Wird bei dem letzteren durch
die militärische Dienstzeit manches ausgeglichen, so doch gerade nicht
bei denen, die es am meisten gebrauchen, bei den schwächlichen
Naturen. Jeder Gynäkologe weiß, daß der Keim zu einer Menge der
verhängnisvollsten Frauenkrankheiten bei uns in den Mädchenschulen
durch die übermäßig sitzende Lebensweise bei starker geistiger Anstrengung
 gelegt wird. Man ist in den Vereinigten Staaten einig
darüber, daß sich der Gesundheitszustand der Frauen durch die
methodische Anwendung des Sports gebessert hat.-Der
 verhängnisvollste Feind jeder Leistungsfähigkeit, der auch
unter unseren Verhältnissen eine große Gefahr der Degenerierung in
sich schließt, ist der Alkoholismus. KEin übergroßer Teil der Bevölkerung
 der Gefängnisse, der Irrenanstalten und der Armenhäuser
ist durch Alkoholismus ia diese Stätten gekommen. Die verheerendste
Wirkung übt der regelmäßige Konsum des Alkohols als tägliches
Nahrungsmittel aus, der, wie die medizinische Wissenschaft in der
neueren Zeit klar gelegt hat, allmählich das Nervensystem zerstört und
die traurigsten Folgen mit sich bringt. In Deutschland hat zwar im
Laufe dieses Jahrhunderts die Trunksucht im Sinne des Sichbetrinkens
abgenommen, der regelmäßige Konsum dagegen. bedenklich zugenommen
 und bedroht die Leistungsfähigkeit der Bevölkerung in
hohem Maße.
Ungleich wichtiger für die Volkswirtschaft als die physische Arbeitskraft
 ist auf unserer Kulturstufe die intellektuelle Leistungsfähigkeit.
 Sie wird bedingt durch: 1. das Gedächtnis, 2. die Fassungsgabe,
 3. die Formgewandtheit, 4. die Konzentrations- und Kombinationsgabe.

Das Gedächtnis ist die Grundlage für die Ansammlung von Erfahrung
 und Wissen. Ein gutes Gedächtnis wird deshalb die größte
Erleichterung für jede geistige Ausbildung gewähren. Hierin erscheinen
nach unserer Beobachtung die Slaven und Romanen den Germanen im
Durchschnitte erheblich überlegen. Wir finden ein gutes Gedächtnis,
wenn auch vielleicht nur auf enge Gebiete begrenzt. selbst bei den
Negern und anderen primitıven Völkerschaften; bei Frauen mehr als
bei Männern. Ein gutes Gedächtnis ist aber nur ein vorzügliches
Hilfsmittel und bedingt an und für sich die Leistungsfähigkeit keineswegs.
 Es erleichtert das Vorwärtskommen in der Schule, besonders
bei der Erlernung der Sprachen. Daher die häufige Beobachtung, daß
tüchtige Schüler im späteren Leben doch nicht viel leisten, und umgekehrt
 infolge ihres schlechten Gedächtnisses nur langsam fortkommende
 Schüler im späteren Leben sich unerwartet gut bewähren,
Kant und Helmholtz haben wiederholt über ihr schlechtes Gedächtnis
 Klage geführt,
Die schnelle Fassungsgabe ist gleichfalls mehr bei Slaven und
Romanen als bei den langsamer denkenden Germanen zu finden, Die
Frau zeigt darin eine eutschiedene Ueberlegenheit über den Mann, der
mehr Zeit braucht, um sich alles zurechtzulegen und es zu beherrschen;
ein Vorzug, der aber mehr im gesellschaftlichen Leben, als bei der
            
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