Full text : Die wirtschaftliche Entwickelung der Industrie im Osten und ihre Einwirkung auf das Bevölkerungsproblem

14  Oie  wirtschaftliche  Entwicklung  der  Industrie  im  Gsten.
Wendung  des  Torfs.  Taro  stellt  aber  fest,  daß  der  wirtschaftliche
Erfolg  dieser  Verfahren  von  allzuvielen  Faktoren  abhängig  sei,
als  daß  er  ständig  sein  sollte.  Speziell  für  den  Osten  stellt  Taro  für
jetzt  die  Möglichkeit  rationeller  Verwendung  der  Destillationsverkokung ­
  direkt  in  Abrede.  Etwas  bessere  Aussichten  sieht  Taro
in  der  Möglichkeit,  den  Torf  zu  vergasen  und  das  erhaltene
Gas  in  Gasmaschinen  zu  verwenden.  Aus  diesem  Wege  sei
rechnungsmäßig  die  Möglichkeit  der  Beschaffung  einer  Iahrespferdekraft
  in  Form  von  Elektrizität  mit  ca.  70  bis  80  Mk.
festzustellen,  also  nicht  höher,  als  an  solchen  Stellen  Deutschlands,
die  über  große  lvafferkräfte  verfügen.  Am  wichtigsten  scheint
Taro  die  Verwendung  des  Torfs  durch  direkte  Vergasung  zur
Erzeugung  von  Kräften,  die  bei  der  Fabrikation  von  Kalkstickstoff ­
  zu  gebrauchen  seien.  Er  sagt:  ,,Ls  wird  das  Moor  in
großem  Maßstabe  verwertet,  es  wird  das  Land  kulturfähig
gemacht  und  es  wird  eine  Produktion  geschaffen,  welche  im
Land  fast  unbeschränkte  Aufnahme  als  Ersatz  eines  Auslandsproduktes ­
  findet  und  in  denselben  landwirtschaftlichen  Betrieben
verwendet  wird,  die  auf  den  enttorften  Flächen  aufblühen.  Die
Angliederung  der  holzschleif-  beziehungsweise  Kalkstickstoff-Fabrikation ­
  ergibt  endlich  verwertbare  transportable  Produkte,  die
unter  Benutzung  der  Hilfsquellen  des  Landes  entstehen  und  im
Lande  Geld  durch  verkauf  nach  anderen  Ländern,  beziehungsweise ­
  durch  Ersparnis  der  Auslandseinfuhr  einbringen.  Diese
Industrien  müssen  deshalb  als  bodenständig  angesehen  werden
und  ihre  Durchführung  liegt  im  Rahmen  des  Erreichbaren  und
Nützlichen".  Schließlich  betont  Taro,  daß  unter  Anwendung
des  sogenannten  Mond-Taroschen  Vergasungsverfahrens  für  haldentrockenen ­
  Torf  fast  der  gesamte  Stickstoff  von  Torf  in  Form
von  Ammoniak  gewonnen  werden  könne.  Der  Erlös  aus  dem
Ammoniak,  welches  in  der  Form  von  Ammonsulfat  als  leicht
            
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