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proMorgen gekostet! ZweiCent pro Morgen, so steht
es da; und den Indianern wurde diese Summe oftmals in
Waren ausgezahlt. Ein großer Teil der Armut, und fast
alle Trunksucht, aller Betrug, alle Morde und Massaker
können Astor mit Recht zur Last gelegt werden, aber für
einen Teil des Elends war die Regierung selbst verantwort-
lich, die die unaufgeklärten Indianer solchermaßen über-
vorteilte und ihnen ihr wertvolles Ackerland, ihr Nutzholz
und ihre Mineralschätze für so gut wie nichts abschwatzte.
Und wie wir sehen, kamen denn auch sofort Kapitalisten
herbei und sicherten sich durch Betrug große Striche dieses
Landes voll Nutzholz und Mineralschätzen, während die
Vertreter der Arbeiterklasse vergeblich an den Kongreß
petitionierten, man möge den Arbeitern billigen Zugang
zu dem Boden gewähren eder das Land öffentliches Eigen-
tum bleiben lassen zum Nutzen des ganzen Volkes.
# Wie alle anderen Besitzinteressenten, betrachtete Astors
Gesellschaft das Gesetz als etwas, das rigoros gegen die Ar-
men, die Hilf- und Wehrlosen anzurufen sei, um das man sich
aber nicht zu kümmern brauche, wenn es den Ansprüchen,
Plänen und der Anmaßlichkeit des Besitzes im Wege stand.
Oberaufseher McKenney berichtet, alle Gesetze seien im
Indianerlande wirkungslos und totes Papier. In einem
Briefe an den Kriegsminister beschreibt Andrew S. Hughes
aus St. Louis im Oktober 1831 den „betrübenden Einfluß
der Agenten der Amerikanischen Pelzgesellschaft‘“, die
keinen Respekt vor unsern Bürgern, Agenten, Beamten oder
vor der Regierung, ihren Gesetzen und ihrer Polizei hätten,
und sagt: „Das Kapital, das in den Handel mit den In-
dianern gesteckt wird, muß sehr groß sein, besonders der
Teil, der jedes Jahr für den Verkauf von Whisky und
Alkohol im Indianerlande zu Zwecken des Handels mit den
Indianern aufgewendet wird. Man glaubt nicht einmal,
daß der Oberaufseher auch nur für jede hundertste Gallone,
die ins Indianerland eingeführt wird, um Erlaubnis an-
gegangen wird, Der Whisky wird vor den Augen der Regie-
rungsagenten an die Indianer verkauft. Die Indianer
werden betrunken gemacht und betragen sich natürlich
dementsprechend . . .“