Die wirtschaftliche Entwicklung der Industrie im Dsten. 27
versuch einer künstlichen Industrialisierung wesentlich gestärkt.
Besonders wird das für die Abwanderung vom Lande gelten
müssen, denn im Osten mutz der Industriearbeiter in der lsaupt-
sache vom Lande kommen und aus den kleinen Städten, also
aus den Kreisen, die man immer noch als die landwirtschaft
licher, bäuerlicher Erziehung bezeichnen kann. Eine Zuwande
rung von Industriearbeitern aus dem Westen muß bei einer
Industrialisierung sicher erfolgen, weil es natürlich undenkbar
ist, mit den ungeschulten Arbeitern des Ostens technisch feinere
industrielle Betriebe aufzumachen. Sie wird aber quantitativ
irrelevant sein, besonders schon deswegen, weil ja auch im westen
eine unausgesetzt wachsende Nachfrage nach Industriearbeitern
vorhanden ist. Unter diesen Umständen wird der Erfolg einer
Industrialiesirung des Ostens für die Landwirtschaft einmal
der sein, daß die Landarbeiternot verstärkt wird, auf der
anderen Seite wird, falls der versuch einer Industrialisierung
gelingt, möglicherweise ein Ausgleich für die Gefährdung bei
der in der Hauptsache auf den verkauf ihrer Produkte hinar
beitenden Großlandwirtschaft darin liegen, daß der gesteigerte
Konsum der größeren Massen die Rente dieser großlandwirt
schaftlichen Betriebe heben wird. Aber die Folge dieser Situa
tion muß die sein, daß die aus der Landwirtschaft in die In
dustrie abwandernden, jedoch im Osten bleibenden Kreise in dem
Betrieb der Großlandwirtschaft ersetzt werden müssen, entweder
durch eine noch weitere Unabhängigmachung der Großland-
wirtschaft von menschlichen Arbeitskräften, die sich durch stärkere
Einstellung von Maschinenkraft oder, und so weit das technisch
nicht geht, unbedingt durch den Nachschub auswärtiger slawischer
Saisonarbeiter in diese Betriebe. Und ob es gelingen wird,
diesem Ersatz innerhalb Deutschlands wandernder Industriear
beiter durch ausländische Slawen in der Landwirtschaft auf