28 Oie wirtschaftliche Entwicklung der Industrie im Osten.
die Dauer die Rnsiedlung zu versagen, scheint mir durchaus
zweifelhaft.
Ls mutz aber hier die Frage aufgeworfen werden: Ist denn
Großgrundbesitz in der Hand eines deutschen Eigentümers, bei dem
Deutsch so gut wie niemand weiter ist als der nominelle Eigentümer,
der Besitzer, und vielleicht das Inspektionspersonal, ist solcher Groß
grundbesitz wirklich noch deutsch? Die Frage auswerfen, heißt
sie verneinen. Ist nicht bei solcher Situation aus bevölkerungs
politischen Rücksichten jede Wahrscheinlichkeit, die den Zuzug von
Slaven in weiterem Umfange in die Wege zu leiten geeignet
ist, absolut zurückzudrängen, und zwar sowohl für die Rreise
der Industrie, wie für die Rreise der Landwirtschaft? Ls kann
ja nicht verkannt werden, daß die Rnstedlungskommisfion in
letzter Zeit bedeutende Erfolge für den deutschen landwirtschaft
lichen und kleingewerblichen Mittelstand innerhalb des Gebietes
ihrer Tätigkeit erzielt hat. Ebensowenig kann bezweifelt
werden, daß mit diesen Erfolgen das Ziel, den Osten zu ger
manisieren, in keiner weise erreicht ist, daß vielmehr diese Er
folge quantitativ als sehr gering anzusprechen sind. Und es kann
nicht verkannt werden, daß die Frage, ob eine Verstärkung
der Betriebsmittel der Rnsiedlungskommission und die Verwen
dung der Enteignung und ebenso die Möglichkeit, nach anderen
Prinzipien als bisher Großgrundbesitz in Rleingrundbesitz zu
verwandeln, höchst diskutabel ist und je nach der Stellungnahme
des Beurteilers zu allgemeinen politischen Fragen sehr ver
schieden beantwortet werden wird.
Uber das Line kann man jedenfalls feststellen, daß bei
dieser Situation nicht die geringste Aussicht besteht,
durch eine Industrialisierung den Polen beizukom
men, denn Polen wie Deutsche werden, wenn auf dem Wege
staatlicher Förderung oder auf dem Wege eigener Initative Lr-