auf 10 Pf., sondern von 25 Centimes auf 10 Centimes heruntergegangen
werde, wäre eine Steigerung um „rund 150 %“ nötig, um die alte Portoeinnahme
wieder zu erzielen. Doch nicht in allen Ländern würde die Verkehrszunahme
gleich schnell und hoch sein, z. B. von Indien nach England
sei sie erst um 65 % in 6 Jahren gewachsen (vgl. S. 148).
b) Da der Y er kehr a her alljährlich ohnehin meist steige
(mindestens um 4%), so müsse diese natürliche Steigerung ohne Portoermässigung
auch berücksichtigt werden, wenn man die alte Gesamteinnahrae’
als wiedererzielt annehme. Also in 6 Jahren wären 6X4% = 24% noch
besonders abzurechnen. (NB. Es gibt ja noch viel höhere natürliche Steigerungen,
aber es gibt manchmal auch Stillstand und Rückgänge.)
c) Von den 972 Millionen Briefen nach dem Auslande, die in der
Weltpoststatistik für 1908 in den wichtigsten Ländern der Welt angegeben
werden, schätzt Herzog 35 %, die bereits nach billigeren Postvereinstarifen
befördert werden; dagegen 65% oder 630 Millionen unterlägen dem Weltposttarife
von 25 Centimes. Bei Herabsetzung auf 10 Centimes ergäbe sich auf
jeden Brief ein Verlust von 15 Centimes. Bei Berücksichtigung einer natürlichen
Verkehrszunahme von 4 % und einer ausserordentlichen von 26 %
(zusammen 30%) im ersten Jahre ergäbe sich danach ein Verlust von
56 Millionen Mark für dieses erste Jahr (NB. aber verteilt auf etwa 80 verschiedene
Postverwaltungen, d. h. im Durchschnitt 7001)00 M auf jede Verwaltung).
Deutschland hätte 8 Millionen zu verlieren, „ähnlich hohe
Einbussen“ würden Amerika, England und Frankreich erleiden. (Wir
werden unten Näheres darüber finden. S. 191 f., 177 f., 179 f.)
2. Dazu käme eine „erhebliche Steigerung der Ausgaben“.
a) Das Weltporto setze voraus, dass man für diesen Preis einen
eigenen Brief nach dem Auslande und — unentgeltlich — einen fremden
Brief aus dem Auslande befördere. Wenn der Verkehr in beiden Richtungen
erheblich stiege, würden auch das Personal, die Beförderungsmittel,
das Pack material steigen müssen, besonders auf den Haupt-Bahnpostrout
e n und A u s w e c h s e 1 u n g s a n s t a 11 e n. Das französische Inlandsporto,
am 16. April 1906 von 15 auf 10 Centimes ermässigt, hätte etliche Millionen
Mehrausgaben zur Bewältigung der Verkehrssteigemng beansprucht.
b) Die Steigerung des WeltbriefVerkehrs erfordere „wesentlich
höhere“, „recht erhebliche Summen“ an vermehrten Transitentschädigungen
(vgl. S. 84 u. 290), welche nach überseeischen Ländern oft
höher wären als die Portoeinnahme von 10 Pf. Ein Brief von 15 g Gewicht
von Berlin über Hamburg nach Rio de Janeiro hätte 9,6 Pf. Seetransit zu
bezahlen, ein gleich schwerer Brief über Sibirien nach Japan 16,2 Pf. Transit.
Bei Berücksichtigung des Durchschnittsgewichts von 13,6 g ergäben
sich folgende Transitkosten und Portoeinnahmen für die nachstehenden
Briefmengen, die 1906 aus Deutschland nach anderen Ländern
gingen.