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Die beiden Genannten haben am 31. August cr. ein Gesuch
uni Aufenthaltserlaubnis an Se. Exzellenz den Herrn Minister
des Innern gerichtet, welches sie Ew. Hochwohlgeboren zur
Weitergabe überreicht haben. Sie haben damals schon gebeten,
bis zur Entscheidung über das Gesuch ihrer vorläufigen Beschäftigung
nicht hinderlich sein zu wollen. Wie die beiden Genannten
uns heute aber mitteilen, ist ihnen gelegentlich ihrer
letzten Polizeilichen Meldung gesagt worden, daß sie verhaftet
werden sollten, wenn sie nicht auf der Zeche wieder Arbeit annehmen.
Wir bitten Ew. Hochwohlgeboren, dem betreffenden Polizeirevier
die erforderliche Anweisung zu erteilen.
Essen, den 20. Sept. 1916.
In der Angelegenheit betreffend die russischen Arbeiter erlauben
wir uns, die Aufmerksamkeit Ew. Hochwohlgeboren auf
folgende beiden Arbeiter noch besonders zu lenken:
l. Adolf Zucker, früher Stoppenberg, Feldstraße, jetzt in
Essen, Stoppenbergerstraße 81, 2. Josef Pzignoweck in Essen,
Stoppenbergerstraße 81.
Für den Erstgenannten haben wir bereits in unserer Eingabe
vom 25. August cr. die Bitte der Zurückführung nach Lodz
ausgesprochen. Seitdem hat Zucker nichts mehr von der Sache
gehört. Er hat sich dann, um seinen Unterhalt zu verdienen,
nach anderer Arbeit umgesehen und ist bis jetzt von dem Tiefbauunternehmer
Rudolf Winter Hierselbst mit Bahnarbeiten beschäftigt
worden. Winter hat ihn jetzt aber wieder entlassen,
weil Zucker zu schwach ist und wegen seiner Herzkrankheit und
eines Leistenbrnchs die Arbeit nicht leisten kann.
Pzignoweck hat ebenfalls, wie der vorgenannte Zucker,
mit diesem zusammen auf der Zeche Ernestine bis Ende August
gearbeitet. Er hat dann dort auch die Arbeit verlassen, weil er
krank ist, und ist ebenfalls von dem Tiefbauunternehmer Winter
aus Mitleid beschäftigt worden. Winter hat ihn jetzt aber auch
entlassen, weil die Arbeit für ihn zu schwer ist.
Die beiden sind jetzt ohne Beschäftigung und ohne Geldmittel
und liegen auf der Straße.
Wir bitten doch dringend, ihre Zurückführung nach Lodz
baldigst veranlassen zu wollen. Wie uns die beiden mitteilen,
soll am nächsten Donnerstag ein Rücktransport nach Lodz stattfinden.
Vielleicht läßt es sich ermöglichen, daß sie dann mitkommen.
Ergebenst! usw.