Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

344

beitskammern  haben  eine  außerordentlich  verbitterte,  zu  großen
Bedenken  Anlaß  gebende  Stimmung  im  Volke  hervorgerufen.
Aus  diesen  Gründen  haben  wir  die  eingangs  erwähnte  Bitte
an  Ew.  Exzellenz  gerichtet,  in  der  Hoffnung,  daß  dieselbe  eine
gütige  Berücksichtigung  findet.
Mit  hochachtnngsvollem  Glückauf!
(Folgen  Unterschriften  der  vier  Bergarbeiterverbände.f

I

Eingabe  bctr.  Reichszuschüssc  zu  den  durch  die  Kriegsvcrhältnisie
erforderlichen  Mehrleistungen  der  deutschen  Knappschaftsvereiuc.
Bochum,  Essen,  Wanne,  den  1.  Juli  1918.
An  Sir  Exzellenz,  den  Herrn  Reichskanzler  Grafen  von  Herrling,
  den  Hohen  Reichstag  und  den  Hohen  Bundesrat,  Berlin.
Unterzeichnete,  beauftragt  von  den  Knappschaftsmitgliedern,
die  den  vier  Bergarbeiterverbänden  angehören,  gestatten  sich,'  folgende ­
  Eingabe  zu  unterbreiten  und  um  deren  Berücksichtigung  zu
ersuchen:
„Den  deutschen  Knappschaftsvereinen  sind  die  Ausgaben,
welche  ihnen  durch  die  Kriegseinwirkungen  entstanden,  aus
Reichsmitteln  zu  erstatten."
B  e  g  r  ü  n  düng.
Die  lange  Dauer  des  Krieges  bringt  die  deutschen  Knappschaftsvereine ­
  in  immer  mißlichere  Verhältnisse.  Laut  einer
Denkschrift  über  Maßnahmen  zur  Förderung  der  Gesundung  in
den  geldlichen  Verhältnissen  der  preußischen  Knappschaftspensionskassen ­
  vom  25.  Mai  1915,  die  dem  preußischen  Landtage  vorlag, ­
  brachten  die  Kriegsfahre  1914/15  schon  eine  Belastung  von
76  Millionen  Mark  für  die  Knappschaftsvereine  mit  sich.  Nach
einer  Schätzung  des  Mathematikers,  Herrn  Direktor  Dr.  Zimmermann,
  Bochum,  wird  sich  diese  Summe  auf  160  Millionen
Mark  im  Jahre  1917  erhöht  haben.
Inzwischen  ist  noch  eine  bedeutende  Steigerung  eingetreten
und  werden  dadurch  die  Vermögensrücklagen  der  K'nappschastsvereine,
  welche  die  Leistungen  garantieren.sollen,  immer  kleiner.
Waren  doch  Ende  des  Jahres  1917  schon  46  Prozent  der  Rücklagen
durch  die  Einwirkungen  des  Krieges  verbraucht.,  Das  sind  die
vollen  Einnahmen  aller  Knappschaftsvereine  für  3  Jahre.  Auf
die  Mitgliederzahl  gerechnet,  kommen  durchschnittlich  330  Mark
auf  den  Kops.  Die  Leistungsfähigkeit  der  Knappschaftsvereine
wird  durch  die  lange  Dauer  des  Krieges  immer  mehr  geschwächt,
und  leiden  darunter  die  Knappschaftsinvaliden,  Witwen  und
Waisen.
Anträge  um  Erhöhung  der  Knappschaftsrenten  werden  mit
der  Begründung  abgewiesen,  daß  die  verringerten  Vermögens-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.