Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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beitskammern haben eine außerordentlich verbitterte, zu großen 
Bedenken Anlaß gebende Stimmung im Volke hervorgerufen. 
Aus diesen Gründen haben wir die eingangs erwähnte Bitte 
an Ew. Exzellenz gerichtet, in der Hoffnung, daß dieselbe eine 
gütige Berücksichtigung findet. 
Mit hochachtnngsvollem Glückauf! 
(Folgen Unterschriften der vier Bergarbeiterverbände.f 
I 
Eingabe bctr. Reichszuschüssc zu den durch die Kriegsvcrhältnisie 
erforderlichen Mehrleistungen der deutschen Knappschaftsvereiuc. 
Bochum, Essen, Wanne, den 1. Juli 1918. 
An Sir Exzellenz, den Herrn Reichskanzler Grafen von Herr- 
ling, den Hohen Reichstag und den Hohen Bundesrat, Berlin. 
Unterzeichnete, beauftragt von den Knappschaftsmitgliedern, 
die den vier Bergarbeiterverbänden angehören, gestatten sich,' fol 
gende Eingabe zu unterbreiten und um deren Berücksichtigung zu 
ersuchen: 
„Den deutschen Knappschaftsvereinen sind die Ausgaben, 
welche ihnen durch die Kriegseinwirkungen entstanden, aus 
Reichsmitteln zu erstatten." 
B e g r ü n düng. 
Die lange Dauer des Krieges bringt die deutschen Knapp 
schaftsvereine in immer mißlichere Verhältnisse. Laut einer 
Denkschrift über Maßnahmen zur Förderung der Gesundung in 
den geldlichen Verhältnissen der preußischen Knappschaftspen 
sionskassen vom 25. Mai 1915, die dem preußischen Landtage vor 
lag, brachten die Kriegsfahre 1914/15 schon eine Belastung von 
76 Millionen Mark für die Knappschaftsvereine mit sich. Nach 
einer Schätzung des Mathematikers, Herrn Direktor Dr. Zim- 
mermann, Bochum, wird sich diese Summe auf 160 Millionen 
Mark im Jahre 1917 erhöht haben. 
Inzwischen ist noch eine bedeutende Steigerung eingetreten 
und werden dadurch die Vermögensrücklagen der K'nappschasts- 
vereine, welche die Leistungen garantieren.sollen, immer kleiner. 
Waren doch Ende des Jahres 1917 schon 46 Prozent der Rücklagen 
durch die Einwirkungen des Krieges verbraucht., Das sind die 
vollen Einnahmen aller Knappschaftsvereine für 3 Jahre. Auf 
die Mitgliederzahl gerechnet, kommen durchschnittlich 330 Mark 
auf den Kops. Die Leistungsfähigkeit der Knappschaftsvereine 
wird durch die lange Dauer des Krieges immer mehr geschwächt, 
und leiden darunter die Knappschaftsinvaliden, Witwen und 
Waisen. 
Anträge um Erhöhung der Knappschaftsrenten werden mit 
der Begründung abgewiesen, daß die verringerten Vermögens-
	        
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