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und größeren Verdienste direkten Handels mit den India-
nern. Aus diesem Gewinn bauten sie später Lustschlösser:
und von ihren Agenten, Vasallen, Untergebenen and Sklaven
umgeben und bedient, führten sie ein fürstliches, aus-
schweifendes Leben und kannten in den meisten Dingen
kein anderes Gesetz als ihren ungezügelten Willen. Sie
betrachteten sich als geniale Gründer einer mächtigen
Landaristokratie, deren Besitzungen größer waren als die
der europäischen. Das Recht der Erstgeburt und der Un-
veräußerlichkeit der Güter, das damals in voller Kraft war,
mußte diese Besitzungen ungeteilt und generationenlang
gleich einflußreich erhalten.
Außer diesen Landbesitzungen hatten die Direktoren ein
ceichlich wachsendes Einkommen. Die Holländisch-West-
indische Gesellschaft gedieh prächtig. Um das Jahr 1629
hatte sie mehr als hundert vollausgerüstete Schiffe zur Ver-
fügung. Die meisten waren für den Kampf gegen den Handel
anderer Länder oder gegen Seeräuber ausgerüstet. Fünf-
zehntausend Matrosen und Soldaten standen auf ihrer
Zahlliste; in diesem einen Jahr verbrauchte sie mehr als
hunderttausend Pfund Pulver — was bezeichnend ist für
die Art ihrer Geschäftsführung. Sie besaß mehr als vier-
hundert Kanonen und Tausende anderer Waffen. Ihr Haupt-
zweck war Monopolisierung des Handels mit den Indianern,
nicht Kolonisation. Die „fürstlichen‘“ Herrensitze waren
ein Gemisch von Festung und Handelshaus, mit Grä-
ben und Staketen umgeben. Alles, was Profit abwarf,
and wäre es offenbarer Mord gewesen, sah man als recht-
mäßigen Handelsbetrieb an und stellte es der königlichen
Familie, die an dem Unternehmen beteiligt war, und dem
Volke im allgemeinen so dar. Die energische Handels-
klasse, die bloß darauf aus war, Geld zu machen und in einer
Zeit niedriger und vulgärer Ideale in betreff der Mittel
keine Skrupel kannte, fing bereits an, in manchen Ländern die
öffentliche Meinung zu machen, die freilich damals wenig
galt. Was zählte, war der König und die regierende Klasse,
and solange diese von den mannigfachen Scheußlichkeiten
des Handels ihren Vorteil hatten, waren die Methoden
legitimiert, wenn nicht geradezu vom König sanktioniert.