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empor. Täler und Bergzüge gruppieren sich unter dem
blauen Himmel des Südens zu einem reizvollen Land
schaftsbild um das vielarmige Becken des Luganersees.
Die eine Bucht zieht sich zum italienischen Porlezza
hinüber, das durch eine Talmulde mit den Ufern des
Comersees in Berbindung steht. Ein anderer Zipfel des
Sees dringt am Fuß des aussichtsreichen Kalkgipfels des
Monte Generoso 1701 ui nach Süden vor, wo Riva
und Capolago das Ende bezeichnen. Ein Arm biegt
um den zypressengekrönten Felsvorsprung von Morcote
und umschließt eine halbinselförmige Berggruppe, aus
der als weitschauender Punkt der San Salvatore auf
ragt. Am Bergfuß liegt im Kranz um die nördliche
Seebucht der größte Ort des Tessins, Lugano, mit
13000 Einwohnern; die Stadt ist rings von prächtig
gelegenen Villen und Hotelkolonien umgeben, die inmitten
der Reblanben und Kastanienbäume das Landschaftsbild
mit hellen, reichen Farben beleben. Lugano ist der von
Fremden meist besuchte Ort der Südschweiz; granitene
Fahrbahn in den Straßen, Bogengänge im Erdgeschoß
und offene Werkstätten erinnern an italienische Bauart
und Lebensweise. Vororte am See sind das hotelreiche
P a r a d i s o am Fuße des San Salvatore und C a -
stagnola in geschützter Bucht; durch Olivenbestände
führt ein Felsensteig zu dem au steiler Halde am See
ufer klebenden, italienisch gebauten Fischerort Gandria.
Von Bellinzona her unterfährt die Gotthardbahn den
Straßen Übergang des Monte Ceneri und erreicht durch
die Frnchtfelder des Agnotales Lugano auf aussichtsreicher
Terrasse über der Stadt. Bei M e l i d e gewinnt sie auf
einem Damm quer durch den See das östliche Ufer und
tritt über M e n d r i s i o und die Grenz- und Zoüstation
Chiasso in die Poebene hinaus. Die Umgebung von
Mendrisio, das Mendrisiotto, ist mit ihrem Reichtum an
Wein, Mais, Tabak und Früchten der Garten des Tessins
und bietet mit den zahlreichen Maulbeerbäumen die Grund
lage der Seidenraupenzucht und Seidenspinnerei. Inmitten
Luganersee
Mendrisiotto