Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

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§ 3. 
Die Kleinhändler. 
Trotz der Ausbreitung der grossen Magazine, die Zola 
in seinem Roman : Zum Paradies der Damen mit so souve 
räner Meisterschaft in ihrer wunderbaren, für die be 
nachbarten Krämer so verhängnisvollen, Entwickelung ge 
schildert hat, nimmt idle Zahl der Detaillisten, der Klein 
händler aller Art, nicht nur nicht ab, sondern scheint sich 
nach den Ergebnissen der Berufsstatistik beständig zu 
vermehren. 
In den Verhandlungen des Vereins für Socialpolitik 
(Breslau 1899) lieferte Werner Sombart den durch Zahlen 
unterstützten Nachweis, dass sich ihre Zahl rascher ver 
grössere, als die der Bevölkerung.*) 
An Stelle eines von ihnen, der durch die capitalistischen 
Bazare ruiniert wird und 1 verschwindet, treten in anderen 
Zweigen, in anderen Localitäten, auf dem Lande oder in 
den Vororten grosser Städte zehn andere. 
Im allgemeinen sind es ehemalige Domestiken, Ar 
beiter, die über einige Ersparnisse verfügen, oder auch 
Handwerker, deren Geschäft zurückgegangen ist, und auf 
den Dörfern Bauern, die ganz oder teilweise auf die Be 
bauung ihres Feldes verzichtet haben. 
Dazu kommt noch eine grosse Zahl von Handlungs 
gehilfen, die entweder stellenlos sind, oder heiraten wollen 
und sich oft mit ersichtlich ungenügenden Mitteln selbst 
ständig machen. Nach Borgius entsteht die Uebersetzung 
gewisser Branchen mit unsoliden Unternehmungen, die be 
sonders in den Zeiten der Krise aufspriessen wie Pilze 
*) Die deutsche "Berufszählung von 1882 ergiebt 1364 
Kaufleute auf 100000 Seelen; die von 1895 ergiebt ihrer 1502. 
In sehr vielen Städten hat sich die Verhältniszahl seit 1870 
fast verdoppelt. — Ueber die numerische Vermehrung der 
kaufmännischen Unternehmungen vergl. Bernstein: Die 
Voraussetzungen des Socialismus, pag. 66 ff. — Berner: Die 
Concentrierung der Betriebe in Oesterreich (Die Neue Zeit, 
22. Juli 1899).
	        
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