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noch sehr fraglich, und noch ungewisser ist es, über welche
Heerschaaren diese im gekommenen Augenblicke mit Bestimmtheit
würden verfügen können, während ans gegnerischer Seite sieg
gewohnte Streiter mit kriegskundigen und geschickten Anführern
stehen. Außerdem besteht zwischen dem lediglich auf Umsturz,
Raub und Eroberung bedachten Angreifern und den für ihre
theuersten Güter: Religion, Freiheit, Familie und Eigenthum
kämpfenden Angegriffenen bezüglich der Tapferkeit, der Aus
dauer und des Muthes ein gewaltiger Unterschied; jene würde
schon das unklare Bewußtsein des ungerechten Angriffs auf
ihre Mitbürger, die ihnen nichts zu leide gethan haben, mit
einer gewissen Zaghaftigkeit erfüllen, und wenn sie gar den
Gegner nicht gleich beim ersten Ansturm über den Haufen
rennen oder vielleicht ein paar mal unter starken Verlusteil
zurückgeworfen wiirden, müßten sie bald den Ninth verlieren
und sich dann in die Defensive drängen lassen, schließlich die
Waffen strecken oder sich durch die Flucht zu retten suchen.
2. Nach der von der Socialdemokratie unbeanstandet gebilligten
Marx'schen Theorie soll der Werth und somit auch der Preis
eines Dinges oder Products gleich sein der auf seine Her
stellung zu verwendenden gesellschaftlich ermittelten Arbeitszeit
und dieser Werth dem betreffenden Arbeitsindividuum dem ver
kündeten socialistischen Programm gemäß als Arbeitsertrag
voll gewährt werden.
Hierbei drängen sich uns ganz von selbst die Fragen auf:
a. Wie hoch ist der Geldwerth der Arbeitszeit z. B. für jede
Stunde zu bemessen? Soll jede Arbeitsleistung ohne Rück
sicht auf Geschicklichkeit und Fleiß der Arbeiter, ohne Be
rücksichtigung der Localverhältnisse, Nützlichkeit, Noth
wendigkeit oder des Gebrauchswerthes der Güter gleich-
werthig sein?
d. Woher soll der Staat als Gcneralbesitzcr aller Betriebs
mittel für die hergegebenen Rohstoffe und die geliehenen