Object: Wert und Kapitalprofit

den ein normal qualifizierter Produzent führt. Ja, diese Methode 
dürfte sogar geeignet sein, auch in der Realität das Durchschnitts- 
einkommen Z mit aller der Genauigkeit festzustellen, die für unsere 
Zwecke erforderlich ist (es ist uns ja nicht aufgegeben, heraus- 
zufinden, warum z. B. von zwei Maurergesellen, die ungefähr als nor- 
mal qualifiziert erscheinen, der eine im Jahre, sage 98,75 M. mehr 
verdient als der andere, sondern es ist uns aufgegeben, die Stufen 
der normalen Klassen einkommen zu bestimmen): 
Amonn hat bereits angefangen, einer Anzahl von Produ- 
zenten, die auf der Grenze sitzen, ihr Einkommen abzufragen. Er 
hat weiter nichts zu tun, als damit fortzufahren, bis er eine Anzahl 
von Fällen gesammelt hat, groß genug, um nach dem Gesetz der 
großen Zahlen ein zuverlässiges Ergebnis zu gewährleisten: handelt 
es sich ja doch hier um „typische Größen“! Diese Daten trage er 
in ein Koordinatensystem ein, dessen Abszisse die Einkommensstufen, 
dessen Koordinate die Zahl der“für jede Stufe festgestellten Fälle 
angibt. Er wird eine binomiale Kurve erhalten, und deren Median- 
wert ist die gesuchte Zahl Z. Wer mehr bzw. weniger einnimmt, 
ist höher bzw. geringer qualifiziert. 
Es kann daher keine Rede davon sein, daß mein „Begriff 
der Statik zu stark stilisiert ist, um für die Erkenntnis der Wirk- 
lichkeit noch etwas bedeuten zu können“ (S. 128); der Begriff ist 
nicht nur nicht zu stark stilisiert, sondern er ist überhaupt nicht 
stilisiert! Er ergibt sich mit zwingenden Notwendigkeit aus den 
Bedingungen des Problems: hier ist ein Gegenspiel antagonistischer 
Kräfte: in welchem Punkte oder in welchem System von Punkten 
würde es in Ruhe, im Gleichgewichtszustande sein ? 
3. „Rein analytische Sätze.“ 
Damit bin ich zu dem nächsten Gegenstande der Antikritik 
gekommen, der hier zu behandeln ist. Sie richtet sich gegen den 
soeben angeführten Satz Amonns, daß mein Begriff der „Statik 
zu stark stilisiert ist, um für die Erkenntnis der Wirklichkeit noch 
etwas bedeuten zu können“. Ich erstrecke meine Erwiderung auf 
den mit diesem Satze inhaltlich nächst verwandten anderen Satz, 
den ich oben zitiert habe: „Logisch ausgedrückt: der Satz Oppen- 
heimers ist nunmehr ein rein analytisches Urteil und aus solchem 
können sich keine empirischen Erkenntnisse ergeben.“ 
Meine Sache liegt noch viel schlimmer, als Amonn hier an- 
gibt. Der Satz, um den es sich handelt, ist noch nicht einmal 
Fr. Oppenheimer, Wert und Kapitalprofit, 3. Aufl. 
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