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ist die wahrgenommene günstige Wirkung der Einrichtung die entscheidende
Ursache für die Befolgung des Vorbildes. Dieses macht auf die
Möglichkeit aufmerksam, einen Wert durch ein bestimmtes Verhalten zu
verwirklichen (natürlich kann es auch ein andrer als ein Nüblichkeitswert
sein). Die Nachahmung wegen des Nugßens kann sich auch mehr
oder weniger unbewußt abspielen, wenn z. B. eine Schar Wanderer einen
Graben überschreiten will und einer aus der Gruppe den einzig möglichen
Weg dazu gefunden hat und die übrigen ihm auf diesem folgen.
Etwas abweichend liegt der Fall, wenn jemand, der bei starker Hige
auf der Sonnenseite der Straße geht, dem Vorbild eines andern folgt,
den er nach der Schattenseite hinübergehen sieht: der Wunsch nach
Schatten war bei ihm vorhanden, aber bei seiner Abspannung zu schwach,
um sich ohne äußeren Anstoß zu realisieren. Ebenso wird die Berufswahl
bei den heutigen Verhältnissen vielfach weniger durch die Art der
Tätigkeit selbst als durch die äußeren Folgen bestimmt, die man sich
von ihr verspricht, weil man sie bei andern wahrnimmt. Desgleichen
geht von jedem Aufsehen erregenden Erfolg im heutigen Wirtschaftsleben
eine Tendenz aus, eine Menge Wettbewerber auf die gleichen Spuren
zu locken. Endlich gehört auch die Anpassung an die Lebensordnung
der Gruppe in der Sprechweise, den Umgangsformen und dem ganzen
sonstigen Verhalten hierher. Man muß jedoch von einer Überschätzung
dieser Quelle der Nachahmung warnen. Eine so große Wichtigkeit
wie innerhalb unserer extrem rationalisierten Lebensführung besit
der Nuten in andern Kulturen bei weitem nicht; und auch bei uns
ist die Mitwirkung anderer Motive wohl zurückgedrängt, aber nicht aufgehoben.
Gewiß kann es zu Zeiten nüßlich sein, sich in seinem Äußeren
seiner Umgebung anzugleichen. Trotgßdem spricht der Eifer, mit dem die
Mode befolgt, und der Respekt, der ihr erwiesen wird, für einen triebhaften
Kern bei ihrer Befolgung. Gewiß ist es nüglich, wenn bei Jägervölkern
der einzelne das Handwerk der Jagd gründlich lernt; aber die
Technik der Jagd ist auf dieser Stufe zu schwierig, als daß sie vollständig
erlernt würde, wenn nicht Neigung und Leidenschaft dahinter ständen,
wenn nicht bereits die Kinder mit ihr begönnen, allmählich vom
Spiel zum Ernst übergehend, also wiederum von der Neigung von Haus
aus bestimmt. Anders ausgedrückt: die Nachahmung erfolgt im allgemeinen
hier nicht allein wegen gewisser Folgen des Tuns, sondern
mindestens ebenso sehr wegen der Freude am Tun selber.
d. h. genauer wegen des Inhaltes der Nachahmung.
3. Die dritte Quelle der Nachahmung bildet nämlich die Funktionslust,
die durch die Betätigung anderer Anlagen gewährt wird,
wenn diese bei der vorgemachten und nachzeahmten Tätigkeit hefriedigt