Full text: Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

37 
cap. III. Volumus, ut hi duo fratres, qui regis nomine censentur, 
in cunctis honoribus intra suam potestatem distribuendis propria 
potestate potiantur. 
cap. XII. De tributis vero et censibus vel metallis, quidquid in 
eorum potestate exigi vel haberi potuerit, ipsi habeant, ut ex his 
in suis necessitatibus consulant et dona seniori fratri deferenda 
melius praeparare valeant. 
Wären die Bergwerke rechtlich nur Teil des Grundbesitzes, und 
wären hier nur die Bergwerke gemeint, welche auf den privaten Be 
sitzungen des Königlichen Hauses gelegen waren l , so würde überflüssig 
gewesen sein, die Bergwerke bei der Teilung noch besonders zu erwähnen. 
Die Gleichstellung der metalla mit der tributa und census beweist, daß 
es sich um Rechte handelt, welche nicht dem Grundbesitzer, sondern 
dem Souverän gebührten. Der Sinn jener Stelle ist, daß die Brüder 
als Könige der ihnen zugeteilten Länder angesehen werden sollten und 
daß sie die den Königen aus den Bergwerken gebührenden Abgaben 
innerhalb ihrer Gebiete erhalten mußten. Daß in jener Urkunde metalla 
gesetzt ist, wo man census ex metallis oder reditus metallorum erwarten 
sollte, wird später erklärt werden. 
Am 17. Dezember 908 verlieh oder bestätigte Ludwig das Kind 
dem Erzbischof von Salzburg alle Einkünfte (census) in Halla et extra 
Halla, in salina et extra salinam, circa fluvios Sala et Salzaha vocatos, 
in auro et in sale et in pecoribus, cum theloneis duobus, qui vulgo Muta 
vocantur 2 . Die Verleihung wurde später von anderen Kaisern wiederholt. 
Das Gebiet zwischen Sala und Salzaha war weder im Besitze der Kaiser 
noch der Erzbischöfe. Es gehörte wenigstens zum Teil einer bayerischen 
Grafenfamilie, welche einen zwischen den vorbezeichneten Flüssen gelegenen 
Wald den Pröbsten zu Berchtesgaden schenkte. In diesem Walde wurde 
später eine Saline entdeckt, welche den Namen Tuval erhielt, und deren 
Einkünfte sowohl von den Erzbischöfen zu Salzburg wie von den Pröbsten 
zu Berchtesgaden in Anspruch genommen wurden. Die Erzbischöfe 
beriefen sich auf die Kaiserlichen Verleihungen 8 , durch welche ihnen 
1 Dies nehmen Walter, Deutsche Rechtsgeschichte, 2. Ausgabe, § 126 und 
Achenbach, Französisches Bergrecht S. 26 an. 
2 Die Urkunde findet sich in Lori’s Einleitung p. V, bei Böhlau als Ur 
kunde 14 (Böhmer, Regesta Karolorum 1833, No. 1217 S. 117) in Lünigs Deut 
sches Reichsarchiv, Leipzig 1713—1722, XIX 948 und sonst, s. auch weiter unten 
S 21, sowie Dopsch II 173 f. 
3 Auctoritate imperialium privilegiorum, wie es in der Urkunde vom Jahre 
1123 bei Lori, Einleitung p. VIII, v. Koch-Sternberg II 286 und sonst heißt, s. auch 
weiter unten.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.