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cap. III. Volumus, ut hi duo fratres, qui regis nomine censentur,
in cunctis honoribus intra suam potestatem distribuendis propria
potestate potiantur.
cap. XII. De tributis vero et censibus vel metallis, quidquid in
eorum potestate exigi vel haberi potuerit, ipsi habeant, ut ex his
in suis necessitatibus consulant et dona seniori fratri deferenda
melius praeparare valeant.
Wären die Bergwerke rechtlich nur Teil des Grundbesitzes, und
wären hier nur die Bergwerke gemeint, welche auf den privaten Be
sitzungen des Königlichen Hauses gelegen waren l , so würde überflüssig
gewesen sein, die Bergwerke bei der Teilung noch besonders zu erwähnen.
Die Gleichstellung der metalla mit der tributa und census beweist, daß
es sich um Rechte handelt, welche nicht dem Grundbesitzer, sondern
dem Souverän gebührten. Der Sinn jener Stelle ist, daß die Brüder
als Könige der ihnen zugeteilten Länder angesehen werden sollten und
daß sie die den Königen aus den Bergwerken gebührenden Abgaben
innerhalb ihrer Gebiete erhalten mußten. Daß in jener Urkunde metalla
gesetzt ist, wo man census ex metallis oder reditus metallorum erwarten
sollte, wird später erklärt werden.
Am 17. Dezember 908 verlieh oder bestätigte Ludwig das Kind
dem Erzbischof von Salzburg alle Einkünfte (census) in Halla et extra
Halla, in salina et extra salinam, circa fluvios Sala et Salzaha vocatos,
in auro et in sale et in pecoribus, cum theloneis duobus, qui vulgo Muta
vocantur 2 . Die Verleihung wurde später von anderen Kaisern wiederholt.
Das Gebiet zwischen Sala und Salzaha war weder im Besitze der Kaiser
noch der Erzbischöfe. Es gehörte wenigstens zum Teil einer bayerischen
Grafenfamilie, welche einen zwischen den vorbezeichneten Flüssen gelegenen
Wald den Pröbsten zu Berchtesgaden schenkte. In diesem Walde wurde
später eine Saline entdeckt, welche den Namen Tuval erhielt, und deren
Einkünfte sowohl von den Erzbischöfen zu Salzburg wie von den Pröbsten
zu Berchtesgaden in Anspruch genommen wurden. Die Erzbischöfe
beriefen sich auf die Kaiserlichen Verleihungen 8 , durch welche ihnen
1 Dies nehmen Walter, Deutsche Rechtsgeschichte, 2. Ausgabe, § 126 und
Achenbach, Französisches Bergrecht S. 26 an.
2 Die Urkunde findet sich in Lori’s Einleitung p. V, bei Böhlau als Ur
kunde 14 (Böhmer, Regesta Karolorum 1833, No. 1217 S. 117) in Lünigs Deut
sches Reichsarchiv, Leipzig 1713—1722, XIX 948 und sonst, s. auch weiter unten
S 21, sowie Dopsch II 173 f.
3 Auctoritate imperialium privilegiorum, wie es in der Urkunde vom Jahre
1123 bei Lori, Einleitung p. VIII, v. Koch-Sternberg II 286 und sonst heißt, s. auch
weiter unten.