' r
86
ist ein Schiedsspruch des Iglauer Schöppenstuhls ungefähr aus dem
Jahre 1260 vorhanden 1 , worin die Iglauer Schöppen als Recht bezeugen,
daß wo immer, und selbst auf den Besitzungen eines Abtes, Klosters
„vel aliorum nobilium terre“ Bergwerke gefunden werden, der Grund
herr ein Zweiunddreißigstel und ein Drittel der Urbure erhalte, daß aber
die Urbure nnd die Berggerichtsbarkeit dem Landesherrn zustehen.
Diesen Schiedsspruch erteilten die Schöppen auf die Frage des Abtes
zu Leubus, was Rechtens sei, wenn auf den in Schlesien liegenden
Stiftsgütern Bergwerke entdeckt würden. Der Herzog von Schlesien
bestätigte nun am 9. Juni 1268 wörtlich diesen Schiedsspruch des
Iglauer Schöppenstuhls 1 2 .
Ein fernerer Beweis für die Geltung des Bergregals in Schlesien
dürfte aus der Urkunde vom 8. Dezember 1273 zu entnehmen sein 3 ,
durch welche Herzog Heinrich von Schlesien dem Kloster zu Kamenz
alle auf dessen Besitzungen vorhandenen oder zukünftig entdeckten
Bergwerke nach böhmischem Rechte verleiht. Endlich ist noch Bezug
zu nehmen auf die wichtige Kulmische Hand veste, welche vom 28. Dezember
1233 datiert, indeß nach Voigts Ansichts nach heutiger Rechnung vom
28. Dezember 1232 ist 4 5 . In dieser überläßt der deutsche Orden den
Kulmern ihre Besitzungen auf flämisches Erbrecht, behält sich indeß
verschiedene Reservatrechte, darunter Regalien, vor: die Metalle, den
Biberfang, die Mühlen an den Flüssen, das Jagdrecht s . Im lateinischen
Texte heißt es 6 :
1 Urkunde 14 in Sternbergs Urkundenbuch S. 23. Zivier 1. c. No. 4.
2 Urkunde 15 in Sternbergs Urkundenbuch S. 24. Zivier 1. c. No. 15. Also
kann auch nicht, wie Zycha, Ältestes Bergrecht S. 63 behauptet, bis etwa 1280
um Iglau der Bergbau pars fundi gewesen sein, zumal die Iglauer Schöppen nicht
neues Gesetz, sondern altes Gewohnheitsrecht gaben.
3 Urkunde 19 in Sternbergs Urkundenbuch S. 28. Zivier 1. c. No. 19. Es
heißt darin:
„eidem domui daraus libertatem super locis mineralibus et metallis cujus-
cunque generis fuerint que modo in bonis praedicte domus inveniuntur
vel in posterum poterunt inveniri volentes eam gaudere in his Omnibus
jure quod super talibus Karrissimi avunculi nostri domini O.(ttocari)
serenissimi Boemorum regis habere dinoscuntur, .... Rusticis quoque
in quorum agris loca mineralia, vel metalla inveniuntur sua jura similiter
duximus conferenda.“
4 Geschichte Preußens von den ältesten Zeiten usw. von Johannes Voigt,
Königsberg 1827, II 237, nach dem Original abgedruckt im Codex diplomaticus
Maioris Poloniae 591.
5 Voigt daselbst.
3 Nach Steinbeck S. 76.