Full text : Die Handelspolitik und Handelsbilanz Österreich-Ungarns

10  Richard  Schüller.

Rohstoffe.

Einfuhr

Ausfuhr

Passivum

Mi

llionen  Kronen

1900

997

819

178

1901

973

819

154

1902

1003

859

144

1903

1103

937

166

1904

1250

861

389

1905

1299

912

387

1906

1291

860

431

1907

1395

893

502

1908

1292

857

435

1909

1604

875

729

1910

1582

870

712

Die  Einfuhr  von

Rohstoffen

ist  im

letzten  Dezennium  um

585  Millionen  Kronen,  die  Ausfuhr  nur  um  51  Millionen  größer
geworden.  An  der  Mehreinfuhr  sind  einige  Artikel  beteiligt,  deren
steigender  Import  durch  das  Wachsen  der  Bevölkerung  und  des
Konsums  verursacht  wird;  so  Kaffee  +  24,  Südfrüchte  +  23,
Reis  +  10  Millionen  Kronen.  Die  wachsende  Einfuhr  von  Rohstoffen ­
  ist  ein  Zeichen  unserer  fortschreitenden  industriellen  Entwicklung; ­
  die  Einfuhr  des  Jahres  1910  gegenüber  der  des  Jahres
1900  betrug:  Häute  -f-  44,  Wolle  +  72,  Baumwolle  +  152,  Ölsämereien ­
  +  58,  Kautschuk  +  31,  Kupfer  +  11,  andere  unedle
Metalle  +  23,  chemische  Rohstoffe  +  13  Millionen  Kronen.  Die
Mengen  des  Importes  mancher  Rohstoffe  sind  allerdings  nicht
im  gleichen  Maße  gestiegen  wie  die  Werte,  weil  sich  ihre  Preise
inzwischen  erhöht  haben.  Die  größte  Differenz  ergibt  sich  bei
Baumwolle;  von  den  152  Millionen,  um  welche  der  Wert  der
Einfuhr  größer  geworden  ist,  entfällt  ungefähr  die  Hälfte  auf  die
Preissteigerung.
Anders  als  bei  den  genannten  Waren  ist  die  Verschlechterung
der  Bilanz  derjenigen  Rohprodukte  zu  beurteilen,  in  denen  der
Bedarf  hauptsächlich  durch  die  inländische  Produktion  gedeckt
wird.  Während  wir  früher  nur  in  Jahren  der  Mißernte  und  auch
dann  keine  bedeutenden  Getreidemengen  aus  dem  Ausland  bezogen ­
  haben,  beginnen  wir  in  den  letzten  Jahren  auch  bei  günstigem ­
  Ernteausfall  Getreide  zu  importieren;  in  Jahren  schlechterer
Ernten  ist  die  Einfuhr  sehr  bedeutend;  im  Jahre  1909  erforderte
sie  187,  im  Jahre  1910  75  Millionen  Kronen.  Hierin  kommt  die
            
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