Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Kapitel  III.  Die  Assozialisten.

273

Der  Versuch  gelang-  nicht  besser  als  der  der  kommunistischen
Kolonien  und  dauerte  nicht  länger.  Die  höchst  ungenaue  Kenntnis,
die  man  damals  von  den  Gesetzen  des  Wertes  hatte,  kann  allein  diejenigen ­
  entschuldigen,  die  ein  anderes  Resultat  erwarteten.  Nichtsdestoweniger ­
  bedeutet  er  ein  bemerkenswertes  Datum  in  der  Geschichte ­
  der  Doktrinen,  weil  hier  die  erste  Etappe  einer  Reihe  von
Systemen  gegeben  ist,  die  mit  dem  Zweck,  das  gleiche  Problem  zu
lösen,  aufeinander  folgen.  Allerdings  wenden  sie  recht  verschiedene
Mittel  an,  die  wir  in  der  Tauschbank  (banque  d’Echange)  Peoudhon’s
und  in  den  sozialen  Buchungen  (Comptabilisme  social)  Solvay’s
wiederfinden  werden.
Übrigens  haben  die  verschiedenen  Veranstaltungen,  die  auf  eine
Ausschaltung  des  Geldes  hinzielten,  nur  eine  sekundäre  Bedeutung,
aber  die  Grundidee,  nämlich  die  Abschaffung  des  Profits,  sollte  bestehen
bleiben  und  sich  wenigstens  teilweise  in  einer  viel  gesunderen  und
großzügigeren  Einrichtung  verwirklichen,  einer  Einrichtung,  die  die
ganze  Welt  zu  umfassen  bestimmt  war,  nämlich  in  den  Konsumvereinen
(magasins  cooperatifs,  —  Stores  —  wie  man  sie  in  England  nennt).  Sie
begannen  schon  zur  Zeit  der  Arbeitstauschbörse  (1832—1834)  in

stunden,  gewöhnlich  im  Verhältnis  von  6  Pence  pro  Arbeitsstunde.  Sie  konnten
such  gar  nicht  anders  vergehen.  Nur  ergab  sich  hieraus,  daß  das  System  Owen’s
völlig  verkehrt  wurde,  da  nicht  mehr  die  Arbeit  der  Maßstab  war,  nach  dem  sich
der  Handelswert  der  Gegenstände  regelte,  sondern  im  Gegenteil  der  Geldwert  der
Produkte  den  Arbeitswert  bestimmte.
2.  Weil,  sobald  als  die  Gesellschaft  Teilnehmer  erhielt,  die  nicht  so  altruistisch
-wie  die  ersten  Anhänger  waren,  die  neu  Hinzugekommenen  ihr  alle  Gegenstände
brachten,  die  sonst  unverkäuflich  waren,  und  sich  beeilten,  mit  den  so  erhaltenen
Pons  sich  von  dem  Lager  alle  die  Gegenstände  liefern  zu  lassen,  die  irgendwelchen
Wert  darstellten,  d.  h.  die  ehrlich  tarifiert  worden  waren,  und  die  sie  dann  wieder
gegen  gutes  Geld  verkauften,  —  so  daß  sich  zum,  Schluß  nur  noch  „Ladenhüter“  in
dem  Lager  befanden.  —  Kurz  das  Lager  kaufte  nur  Waren,  die  über  ihren  wirklichen ­
  Wert,  und  verkaufte  nur  Waren,  die  unter  ihren  wirklichen  Wert  notiert
waren!

Die  Labour-Notes  lauteten  nicht  auf  den  Namen,  waren  nicht  nominativ.
Jeder,  auch  der,  der  nicht  zur  Gesellschaft  gehörte,  konnte  sie  kaufen  und  sie  zu
dieser  wenig  ehrenhaften,  aber  einträglichen  Operation  verwenden.  Das  taten  zum
Beispiel  300  Londoner  Krämer,  die  sich  Labour-Notes  verschafften,  indem  sie
erklärten,  sie  würden  sie  in  Zahlung  für  ihre  Waren  annehmen.  Sie  benutzten  sie,
um  das  Tanschlager  zu  plündern,  und  als  nichts  mehr  übrig  war,  das  es  sich  lohnte
uiitzunehmen,  weigerten  sie  sich,  weiterhin  Labour-Notes  in  Zahlung  zu  nehmen,
womit  der  Gaunerstreich  seinen  Zweck  erreicht  hatte.
Es  ist  selbstverständlich,  worauf  auch  Denis  sehr  richtig  hinweist,  daß  das
lauschlager  für  Angestellte  keinen  Nutzen  irgendwelcher  Art  bot;  da  dei  Angestellte, ­
  der  Lohnempfänger,  wie  schon  der  Name  besagt,  niemals  Eigentümei  dei
Erzeugnisse  seiner  Arbeit  ist,  bat  er  niemals  etwas  zu  verkaufen.  Das  System
Dwen’s  kann  daher  nur  dann  von  Nutzen  sein,  wenn  man  eine  vorhergegangene
-Abschaffung  des  Lohnsystems  annimmt.
Gicle  und  Rist,  Gesell,  d.  Volkswirtschaft!.  Lehrmeinunsen.  18
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.