Full text: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Viertes Buch. Die Abtrünnigen. 
daß die Güter Voraussicht oder Ersparnisse, d. h. eine moralische 
und gleichzeitig intellektuelle Anstrengung gekostet hätten (der 
Name, den man ihr gibt, hat keine Bedeutung), auf Grund deren ein 
sofortiger Genuß aufgeschoben wird, um die Summe der zukünftigen 
Güter zu steigern 1 ). So übernimmt Eodbeetüs, indem er ihn präzi 
siert und weiter entwickelt, jenen Satz, mit dem Smith seinen „Völker- 
reichtum eröffnet; „Die jährliche Arbeit eines Volkes ist der Fonds, 
der dasselbe mit allen Bedürfnissen und Annehmlichkeiten des Lebens 
versorgt, die es jährlich verbraucht.“ 
Weisen wir sogleich auf den Unterschied der Haltung zwischen 
Eodbeetüs und Maex hin. Dieser ist durchaus von der englischen 
Nationalökonomie und dem englischen Sozialismus durchtränkt, 
geht von der Theorie des Tausches aus und macht die Arbeit zur 
Quelle allen Wertes. Eodbeetüs, der auf den Saint-Simonisten 
fußt, geht von der Produktion aus und macht die Arbeit zur 
einzigen Quelle aller Produkte, eine Behauptung, die einfacher 
und wahrer als die vorhergehende ist, wenn sie auch noch immer 
unvollkommen bleibt. Eodbeetüs sagt nicht nur nicht, daß die 
Arbeit allein den Wert schaffe, sondern er bestreitet dies ausdrück 
lich und an verschiedenen Stellen, indem er diese seine Meinung be 
gründet 2 ). Nach seiner Ansicht muß der soziale Fortschritt gerade 
schiedenen Form aus: „Nur diejenigen Güter gehören zu den wirtschaftlichen, welche 
Arbeit gekostet haben“ (Schriften, Bd. II, S. 105—106) und indem er diesen Ge 
danken entwickelt, sagt er, daß diese Formel bedeute: 1. „daß alle wirtschaftlichen 
Güter nur Arbeitsprodukte sind“; 2. daß „sie für die wirtschaftliche Auffassung 
nicht als Produkte der Natur oder irgend einer anderen Kraft, „sondern nur der 
Arbeit gelten“; 3. „daß die Güter, wirtschaftlich genommen, nur das Produkt der 
jenigen Arbeit sind, welche die materiellen Operationen, die dazu notwendig sind, 
verrichtet hat“. Hinsichtlich seiner Gedanken über die industrielle Leitung und ihre 
Entlohnung vgl. Schriften Bd. II, S. 219. 
x ) Vgl. hierüber• Eist, „Le Capital provient-il uniqnement du travail?“ in der 
Revue d’Bconomie Politique, Februar 1906. (Stammt das Kapital einzig aus 
der Arbeit?) 
2 ) Eodbertüs sagt ausdrücklich, daß die Behauptung, die Güter hätten nur 
Arbeit gekostet, nicht bedeutet, „daß der Wert des Produktes immer der Kosten 
arbeit äquat ist; mit anderen Worten, daß die Arbeit heute schon einen Maßstab 
des Wertes abgeben könne“. (Ebd. S. 104—106.) Br behauptet das, schon in den 
Forderungen, im Jahre 1837. 1842 wies er in dem Buch: Zur Erkenntnis 
usw. 8. 129—131 die Gründe nach, weshalb der Wert eines Produktes nicht gleich 
den Kosten der Arbeit sei, die es erfordert hat. Sie sind: 1. Die Notwendigkeit, 
die Kapitalgewinne auszugleichen; 2. die Tatsache, daß der Preis jedes einzelnen' 
Gutes sich auf die Kosten derjenigen Einheit gründet, deren Keproduktion am 
teuersten ist. In seinem zweiten sozialen Briefe wiederholt er, daß die Theorie des 
Arbeitswertes nur ein Ideal ist (Kapital, franz. Übers., Anhang 8. 279.) In einem 
Brief an Rudolf Meyeb vom 7. Januar 1872, Bf. Nr. 70, S. 160), verweist er ihn 
auf die Beweisführung, die er gegeben hat, „daß sich im heutigen Verkehr die
	        
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