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Wenn auch der Hammerschlag des Denkprozesses zu->
nächst kaum fühlbar bei einer großen Anzahl der Arbeiter die
Seele trifft, so kehrt er doch immer und immer wieder, trifft
immer dieselbe Stelle und verrichtet, wenn auch allmählich, so
doch mit unfehlbarer und unheimlicher Sicherheit sein furcht
bares Zerstörungswerk. Auch Denken kann Leiden werden. In
der Erkenntnis, ewig Diener des Körpers sein zu müssen, in dem
Bewußtsein, daß der ganze Segen der Arbeit in einer ununter
brochenen Reihe grotesker Leibesbewegungen besteht.
Denken Sie bei Ihrer Arbeit, und an was denken Säe, oder
ist es Ihnen überhaupt unmöglich, dabei zu denken?
Bergarbeiter. Entlohnungsform: das Gedinge. Durchweg
Kohlenhauer und Schlepper.
Alter
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Durchschn.
Wochen
verdienst
Tägliche
Arbeitszeit
Jahre
M.
Std.
19
-
15 —
11
Keine Zeit zum Denken. (4.) [B. Schles.]
Ich denke immer, daß man ziemlich was
22
21,
9
verdient. (3.) [B. R.]
23
25,—
8
Denken ist beim Arbeiten schon eher mögr
lieh als Sprechen. Meine Gedanken sind
fortwährend darauf gerichtet, ob es nicht
möglich, diese unnatürliche Arbeit in lo
gische Grenzen zurückzudrängen. (2.) [B. R.]
24
2
34,—
8
Ich denke immer an das schwere loss wel
ches wir Arbeiter haben bei unserer arbeit,
weil wir alles hervorbringen und müssen
dabei doch noch hunger leiten, und die die
das ganze Jahr nicht arbeiten das herrlich
ste leben haben und uns noch obendrein
als Faulenser hin stellen. (3. t.) [B. R.]