Full text: error

D. Betämpfung des Geburtenrüdganges 
dauernd Heilt noch unfHädlih ift, fondern Todesfälle, Eriaubungen, Sähmungen, 
Srbfindungen und fonftige Körperfhädigungen hervorrufen kann. Um fo mehr it vor 
Zefoftbehandlung und Kurpfufjdhern zu warnen, vielmehr eine fofortige furgfältige 
Behandlung duch einen erfahrenen Arzt dringend geboten.) 
Die wirffamfte Bekämpfung der SefchlechtsfrankfhGeiten it die Be r- 
opfiung der Nuellen, die 
ec Burücddrängung der Projititution. € ft dies wohl 
das Ichwierigite Problen:, in dem die Tatjachen des Lebenz mit den ethi- 
jchen, bugienifdhen und fozialen Erwägungen in hartem Kampfe ftehen 
und um eine zwedmäßige Ausgleidhung ringen. Die Macht der Leiden- 
ichaft ift oft {tärfer als alle Mahnungen von Sewijjen und VBernunft, auch 
jtärfer als Gejebgebung und Polizei. So wird die Projtitution nie ausiterben, 
und e8 Zann fid nur um eine Zurücdrängung und Minderung des Übels 
und feiner verheerenden Folgen Handeln. Daß hier neue und dringlihe 
Kufgaben der Qöfung Harren, darin find alle ernften Männer einig, aber 
über die beiten Wege der Qöjung befteht noch vielfach Streit. E3 liegt 
ung fern, in diejem Streit uns ein Urteil zuzumeffen. Was uns aber vor 
allem am Serzen legt und worin alle, vb fie Jidh nun mehr von ethifdhen, 
Hngienifhen oder aud) wirtfhaftlich-jozialen RKRücjihten leiten laffen, 
übereinfüimmen fönnten und follten, it zunächjt die Forderung, daß zum 
mindeften die öffentliden Straßen und Pläge, die Wirtjhajten 
und Vergnügungslokale von den Anbietungen und BVerlodungen, der 
Schauftellung und Gelegenheitsmacherei der Proftitution freigehalten 
werden. Wie die Proititution in unfern Gropitäbten ih auf SHritt und 
Tritt aufdrängt, das ijft geradezu ein Skandal. Wer diefes Treiben fieht, 
begreift e&, daß die Großitähte die fünfzigfadhe Zahl der Gejchlechts- 
erfranfungen aufweifen als das Laud (Blafchko), trog aller „Überwachung“ ! 
SGewifje Straßen und Lokale find namentlich zur Nachtzeit zu einem öffent- 
lichen Menfdhenmarkt geworden. Die SGroßitädte haben fih ja daran 
;etwöhnt und nehmen e3 al3 felbjtverftändlidh hin. Was Himmern fie die 
Sorgen und Kämpfe, die bittern Erfahrungen und Empfindungen der 
Tamilienväter und -mütter, die ihre Kinder in folder Atnıofphäre aufmwachfen 
jeben! Und wer denkt an die Hunderte und taufende junger Mädchen und 
Bur]hHen, an die Soldaten, die Studenten, die unerfahren, unverdorben, 
äch tagtäglich von diefen gleißenden Verlodungen und Zudringlichteiten 
anıtvorben jehen und meijftenz nur zu bald erliegen! Wenn die Stimmen 
der „Sittenprediger“ nicht gehört werden, Jollten dann nicht wenigjtens 
Die ernften Warnungen und Mahnungen der Hygieniker durchdringen 
md die Gewijjen der verantmwortlihHen Auffichtsorgane weden ?! 
Uber nicht bloß die Straßen, fondern auch die Familien müflen 
von der Vergiftung der Proititution freigehalten werden. Hier tritt fie ja 
1) Dal. Dr. Dreu w, Die Salvarfangefahr. Berlin 1914 
in Aa u Se 
Pk ED „N 
N u En 
A N 
LS
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.