Full text: Organisation

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II. Akratie und Aristagie. 
solche anerkannt zu werden und als Lehrmeister zu 
wirken. 
Denn die Besten haben nicht nur das Recht „sich 
auszuleben", sondern auch die Pflicht, ini Sinne der 
von ihnen erkannten Werte führend zu wirken; hier 
liegt die soziale Bedeutung dieser Wortbildung. Es 
gibt wesentlich zwei Auffassungen des Begriffes sozial 
— und nur die eine verträgt sich mit dem Gedanken 
einer Aristagie. Denkt man dabei an alle zu einen, 
Volke vereinigten Menschen und nimmt innerhalb 
dieser Menge ethische und intellektuelle Wertungen vor, 
so ergibt sich von selbst die Hoffnung, die ethisch und 
intellektuell Höherstehenden möchten allmählich immer 
mehr von den anderen zu sich heraufziehen und ein 
langsamer Ausgleich dadurch stattfinden, daß dieser 
Unterschied sich verringert — aber auf dem ethisch und 
intellektuell höheren Niveau. Das ist auch das Prin 
zip der Aristagie; in diesem Sinne soll sie sozial ivirken, 
nicht aber, indem sie ihre gewonnene Tüchtigkeit auf 
gibt und nicht verteidigt, weil sie noch nicht alle be 
sitzen. Sonst findet ein Ausgleich statt — aber auf 
einem niedrigen Niveau; das Errungene geht wieder 
verloren. Es stehen sich gegenüber eine Masse — und 
wenige tüchtige oder tüchtigste. Eine Macht von Beiden 
muß lenken oder bestimmen, wohin die Willen sich rich 
ten sollen; die Masse wird durch ihr Schwergewicht auch 
die Tüchtigen auf ihr niedrigeres Niveau herabzuziehen 
trachten und wer „sozial" mit dem Willen der Masse 
identifiziert, kann keine Aristagie anerkennen. 
Einige Beispiele stellen dies vielleicht noch klarer. 
Oft liest man Sätze, wie: jedes Volk hat die Staats 
männer, die es verdient oder jede Stadt das Theater,
	        
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