3, Titel: Mällervertrag. S 656.
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vieje Aufmendungen (fo Kohler a. a. OD. S. 332, dagegen Dertmann, Planck,
. ferner Schindler S. 76 ff).
Wenn im Abi. 1 Sag 2 au die Rücforderung des auf ®rund
5e8 BVerlprechenz fchon Seleifteten ausgefchloften wird, fo bat Dies nach
RTK. 90 feinen Orund in der Tendenz, die anjtößigen Htechtsftreite über
Heiratsmäklerlöhne überhaupt abzufchneiden.
Dadurch, daß c3 fich bier aber Lediglich um die Ausfehließung der condicho
.ndebit! und nicht um etwas anderes Handelt (Io zutreffend Dertmann), {ft eine
Kücforderung nur aus Diefem Rechtsgrund ausgefchloffen, nicht
jedoch auch eine foldhe wegen eines anderen Mangels, 3. DB. wegen
befchränkter Gefchäftsfähigkeit des Qeiftenden 2C.
Eine natürlidhe Berbindlig keit bleibt aufrecht (fo au Dert-
nann a. a. D., Schindler a. a. D., Crome & 272 Anm. 44, ROS. Bd. 46
SS, 153 und 177 ff., abweichend Rodler a. a. ©.)
Iegen der Bergütung eines nicht freiwillig eingelöften WehHjel5
vgl. DLG. Braunfhweig, Recht 1903 ©. 576.
UAl3 „bereits geleiftet“ ift nicht DLoBß eine gefhehene Zahlung zu erachten,
iondern auch wa8 an Zahlungs Statt gegeben ijt. Dazu Ut aber nicht
yu rechnen ein bloßes Berfiprechen, das unter Ubi. 2 85 656 fällt, eine
Surrogatverbindlichkeit im Sinne diefjer Gejebesftellen. (So auch VDertmanın.
ynd Blanc) Eine von Abi. 2 getroffene Scohuldurkunde kann deshalb
ur nel nr Der werden und zwar auf ®rund des 8 812; denn die
Musitellung einer Urkunde (Wedel, auch Brolongationswechtel, Schuld-
anerfenntnı3) ift feine Leijtung im Sinne des Abi. 1 Saß 2 (fo zutreifend
Nipr. d. DLOG. [Celle] Bd. 4 S. 236; wie hier auch die Urt. d. YLOG, Hrank-
Sırt, Braunichweig, Zweibrücken, t+owie des Kammerger., angegeben bei
Warneyer Bd. 2 und 3, ]. ferner Necht 1906 S. 1078, 1910 %r. 1936, 3. Yur.3.
1906 S. 1156), Geff. Ripyr. Bd. 8 S. 147, Ripr. d. DHLSG. (Braunfchweig)
Bd. 18 S. 17 Seftellung einer Hypothek. ,
Sür den Unfpruch auf Chemöktlerlohn Kann au Fein gültiges BPfand-
echt beftellt werden f. Bem. I, 2, a zu S 1204.
Die Vermittlung einer 109. Einheiratung in ein Gefchäft oder in Vers
SD, mit einem Vachtvertrag 20.) kann nicht al8 fittenmidrig erfcheinen
und fällt daher regelmäßig nicht unter S 656, vgl. Urt. dD. OLG. Karlsruhe
n D. Jur.3. 1904 S, 1144.
& 656 Kan dann nicht eingreifen, wenn jemand Teine Tätigkeit darauf
beichränkt, die tatfädhlidhen oder rechtlidhen Hinderniffe hinweg-
zuräumen, Die ih dem Borhaben der bereits aus freier Wahl zur Che Ent-
ıdfofjenen entgegenftellen. Wer den zZUr Che Entichloffenen zu diefem Bor-
jaben durch Gewährung von Geldmitteln oder fonft mit Mat und Lat Hilfe
(eiitet, H{t daher nicht Heiratsvermittler im Sinne des $ 656. ROE. in Iur.
Wichr. 1906 S. 713 und BL f. RA. Bd. 72 S. 155.
, Ebenfowenig Kann aus 8 656 gefolgert werden, daß eine zur Löfung
ner zerrütteten Ehe gegen Entgelt aufgewendete Tätigkeit a
nahme eine8 Detektivs) fittenwidrig dei, vol. DL®. Hamburg Hanf. SGer3.
1907 Beil. 266.
Ueber die Frage der Buläfftgteit eine8 Vergleichs vgl. NOS. Recht 1906
S. 1375: Daraus, daß das Gefeß verbietet, den Ehemaklerlohn zum Gegen:
jtande einer gerichtlichen Nerfolgung zu machen, it noch nicht die Ungültig-
‘eit eine8 Vergleichs zu ichließen, der gerade die Frage betrifft, vb ein Ken
;ojer Vertrag nach & 656 vorliegt; wefentlich tt nur, 09 wirklich und ernibait
iiber die Frage gefiritten wurde.
4, Der Beftimmung des S 656 Kommt feine rücwirfende Kraft zu, vol. RNOEC.
Bd. 46 S. 152, 177, Sur. Wichr. 1900 S, 637, NOS. vom 4. März 1902 in Gruchot,
Deitr. Bd. 46 S. 907, Seuff, Arch. Bd. 55 S. 399, jowie ferner ROSE. in Bl f. AU.
Dd, 71 S 577 und die Ausführungen bei Dörr a. a. D. S. 643, 644, aber auch Kuhlenbed
in Sur. Wichr. 1907 S. 35.
3. Val. ferner au S 762 Spiel und Wette) und Bem. bhiezu.
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